Digital In Arbeit

Göre am Klettersteig

Jung, frech und schwindelfrei: Hans Fabian Wullenwebers "Kletter-Ida" scheut vor nichts zurück.

An Witz, Spannung und Gefühl ist "Kletter-Ida" kaum zu überbieten. Regisseur Hans Fabian Wullenweber fand exakt die richtige Balance. Ein spannender Thriller, viel Action mit faszinierenden Verfolgungsjagden, das liebevolle Porträt eines mutigen Mädchens und einer Freundschaft durch dick und dünn: All das steckt in dem hinreißenden Kinderfilm, der auch Erwachsene begeistern dürfte.

Um ihrem Vater, der nach einem Bergunfall im Koma liegt, die rettende Operation zu zahlen, riskiert Ida (Julie Zangenberg) alles: Wie ein Vollprofi plant sie einen Bankraub. Sie will den sichersten Tresor der Welt knacken, der - von Hunden und Kameras bewacht - in 30 Metern Höhe hängt.

Ida ist eine Identifikationsfigur, die keinem gängigen Mädchenklischee folgt: Sie widersetzt sich dem strikten Kletterverbot der Eltern, agiert mutig und autonom, vertraut ihrer Kraft und ist doch keine übermenschliche Superheldin. Sie bangt um Papa, weint, darf Schwäche zeigen. Darin liegt die Stärke dieses Films. Ohne Freunde würde Ida scheitern. Jeder hat ein bestimmtes Talent, nur gemeinsam gelingt es, den Tresor zu knacken. Der ist leer, doch wer so viel riskiert hat, muss wohl ans Ziel kommen.

KLETTER-IDA

Dänemark 2001. Regie: Hans Fabian Wullenweber. Mit Julie Zangenberg,

Stefan Pagels Andersen, Mads Ravn, Lars Bom, Nastja Arcel.

Verleih: Filmladen. 98 Min.

FURCHE-Navigator Vorschau