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Hommage für Jean Gabin

Anspruchsvolle Abendunterhaltung versprach ARTE vergangenen Sonntag mit dem Themenabend "Der große Gabin". Die insgesamt dreistündige Hommage für den französischen Schauspieler Jean Gabin entpuppte sich nicht nur für eingefleischte Fans, sondern auch für Frankreichliebhaber als besonders empfehlenswert. In einer hervorragenden Programmzusammenstellung wurde dem Zuschauer ein Einblick in Leben und Werk des Künstlers gewährt.

Einer seiner größten Erfolge, "Les grandes familles" diente als signifikantes Beispiel für Gabins schauspielerische Leistung. Die anschließende Dokumentation "Jean Gabin - eine Fresse zum Verlieben" beleuchtete den Menschen Gabin abseits der Kamera, der sich von der Person davor gar nicht so sehr zu unterscheiden scheint. Wichtige Filmszenen, seltene Videoaufnahmen, bisher unveröffentlichte Interviews mit ihm, seinen Kollegen und Freunden zeichnen ein sehr facettenreiches und persönliches Bild des Franzosen. Sein Werdegang war eng an die Geschichte Frankreichs gebunden, und so porträtiert die Dokumentation nicht nur den Schauspieler, sondern auch die französische Gesellschaft des 20. Jahrhunderts. Nahezu ein halbes Jahrhundert lang schrieb Gabin Filmgeschichte und stellte einen wichtigen Teil des "cinema populaire" dar: Eine Filmkultur von hoher Qualität, die aber auch ein großes Publikum zu erreichen vermag.

ARTE ist mit seinem Themenabend genau das gelungen: Eine ebenso informative wie unterhaltsame Programmzusammenstellung, die sowohl Kenner des französischen Kinos als auch Laien begeistert. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der interessierte ARTE-Seher weiterhin mit Themenabenden dieser Art verwöhnt wird, die zwar eine erhöhte Investition an Zeit verlangen, aber dafür tiefgreifend und umfassend informieren.

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