Digital In Arbeit

Mann & Frau wie eh & je

Seit fast einem halben Jahr moderiert Armin Assinger die Millionenshow. Der wissbegierige Seher kommt seither bis zu drei Mal pro Woche in den Genuss, sein Allgemeinwissen mit dem von nervösen Kandidaten messen zu können, die um eine Million Euro spielen. Dass ein erfolgreiches Format nicht maßlos ausgeschlachtet werden soll, wissen aber auch die ORF-Verantwortlichen.

Damit das Publikum mit Assingers normaler Millionenshow also nicht übersättigt wird, gab es am vergangenen Samstag die Pärchen-Millionenshow. Assingers Gegenüber waren junge Paare, die im letzten Jahr geheiratet haben oder es noch in diesem Jahr vorhaben. Im Team wurde mit den sonst üblichen Spielregeln inklusive aller Joker um Bargeld gespielt. Es war anzunehmen, dass die Kombination von männlichem und weiblichem Verhalten in Stress-Situationen und das doppelte Wissen den Kandidaten hohe Gewinne bescheren würde. Doch trotz der ziemlich einfachen Fragen, gingen die Paare im Schnitt "nur" mit 15.000 Euro nach Hause, Verena und Manuel aus Tirol fielen sogar auf null Euro zurück. Von Teamwork war wenig zu merken.

Interessant an dieser Spezialausgabe der Millionenshow war es vor allem, die Zusammenarbeit der Paare zu beobachten: Schon die Rollenaufteilung bestätigte, was Gender Studies seit Jahren ergeben. So war der Sprecher des Teams, der die Auswahlrunde bestehen musste und dessen Antwort im Zweifelsfall die endgültige war, bei acht von zehn Pärchen der Mann. Trotzdem trafen die Entscheidungen öfter die Frauen. Auch die oft beschworene weibliche Intuition kam zum Tragen.

Schade aber, dass Assinger sich mit seinem plumpen Wirtshaushumor bei allen jungen Paaren danach erkundigte, was die beiden aneinander "anzipft". Vielleicht hätte die Frage nach den Stärken und der Teamfähigkeit die Zusammenarbeit unterstützt und zu höheren Gewinnen geführt.

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau