Meinung

Hände falten, Goschen …

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Wenn der FURCHE-Kommentator die Wortspende des neuen Nuntius in seinem ersten Presse-Interview richtig verstanden hat, dann ist auch er ein klerikalisierter Laie: Sprich, er kümmert sich um innerkirchliche Belange und nicht bloß ums Christsein in der – bösen? – Welt. Aber Mutter Kirche macht es hierzulande einem schon schwer – oder besser: unmöglich, wegzuschauen. Denn die Vorgänge rund um die Diözesanspitze in Kärnten zeigen: Es mag ja eine „Glaubenskrise“ (© Nuntius López) im Land geben. Aber die institutionelle Kirchenkrise ist mindestens so virulent.

Dass Rom Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger in Klagenfurt abgelöst hat, lässt sich nur als Bestrafung oder als Versuch lesen, einen Kritiker mundtot zu machen. Der Betroffene hat diese Erklärung ja auch taxfrei geliefert. Es gab keinen triftigen Grund für die Ablöse außer institutionelle Straf- oder Rachegelüste. Derartige Motive sind aber kontraproduktiv. Den einen Kontrahenten um die Amtsführung von Bischof Alois Schwarz in Klagenfurt schickt man in die Wüste. Der andere Protagonist, also Schwarz selber, amtiert in St. Pölten weiter, als ob nichts geschehen wäre. Und dazwischen reibt sich der Katholik die Augen ob der Erkenntnis, dass bloß der, der wider Rom oder wider einen Bischof den Stachel löckt, in die Schranken gewiesen wird. Nicht nur die Presse-Bemerkungen des Nuntiusʼ zeigen, dass derartiges HirtenGehabe immer noch jedes Murren der Herde niedermacht oder ins Lächerliche zieht. So geht das nicht. Seit Jahr und Tag tönt die Herde, dass Bischofsbestellungen und die Bewertung der Amtsführung der hohen Herren nicht in feudaler Gutsherrenart vor sich gehen dürfen. Aber trotz aller Lippenbekenntnisse ist keine diesbezügliche Trendwende in Sicht: Die in der Kirche (noch?) Engagierten werden weiter für dumm verkauft. Und die anderen laufen in Scharen davon. Wundert uns das?

Wenn der FURCHE-Kommentator die Wortspende des neuen Nuntius in seinem ersten Presse-Interview richtig verstanden hat, dann ist auch er ein klerikalisierter Laie: Sprich, er kümmert sich um innerkirchliche Belange und nicht bloß ums Christsein in der – bösen? – Welt. Aber Mutter Kirche macht es hierzulande einem schon schwer – oder besser: unmöglich, wegzuschauen. Denn die Vorgänge rund um die Diözesanspitze in Kärnten zeigen: Es mag ja eine „Glaubenskrise“ (© Nuntius López) im Land geben. Aber die institutionelle Kirchenkrise ist mindestens so virulent.

Dass Rom Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger in Klagenfurt abgelöst hat, lässt sich nur als Bestrafung oder als Versuch lesen, einen Kritiker mundtot zu machen. Der Betroffene hat diese Erklärung ja auch taxfrei geliefert. Es gab keinen triftigen Grund für die Ablöse außer institutionelle Straf- oder Rachegelüste. Derartige Motive sind aber kontraproduktiv. Den einen Kontrahenten um die Amtsführung von Bischof Alois Schwarz in Klagenfurt schickt man in die Wüste. Der andere Protagonist, also Schwarz selber, amtiert in St. Pölten weiter, als ob nichts geschehen wäre. Und dazwischen reibt sich der Katholik die Augen ob der Erkenntnis, dass bloß der, der wider Rom oder wider einen Bischof den Stachel löckt, in die Schranken gewiesen wird. Nicht nur die Presse-Bemerkungen des Nuntiusʼ zeigen, dass derartiges HirtenGehabe immer noch jedes Murren der Herde niedermacht oder ins Lächerliche zieht. So geht das nicht. Seit Jahr und Tag tönt die Herde, dass Bischofsbestellungen und die Bewertung der Amtsführung der hohen Herren nicht in feudaler Gutsherrenart vor sich gehen dürfen. Aber trotz aller Lippenbekenntnisse ist keine diesbezügliche Trendwende in Sicht: Die in der Kirche (noch?) Engagierten werden weiter für dumm verkauft. Und die anderen laufen in Scharen davon. Wundert uns das?