Skrupellos-TV

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Die Einstellung des Sat.1-Formates "Plötzlich arm, plötzlich reich" war gut, richtig. Und überfällig.

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Die Einstellung des Sat.1-Formates "Plötzlich arm, plötzlich reich" war gut, richtig. Und überfällig.

Manchen Privatkanälen wird das Stigma „Unterschichten-TV“ umgehängt, und gewisse Formate darin gelten als „Sozialpornos“. Einem solchen, der Sendung „Plötzlich arm, plötzlich reich“ auf Sat.1 machte die neue Senderleitung nun den Garaus. Schon das Sendungskonzept war degoutant – eine wohlbestallte Familie und eine „arme“ tauschten – von Kameras begleitet – für eine Woche die Wohnung.

Doch nun stieg ein mittelprominenter Partysänger (der „Reiche“) aus der Produktion aus, weil bei der „armen“ Familie schwer traumatisierte Kinder in die Auslage gestellt worden waren. Ein Sturm der Entrüstung – vor allem beim deutschen Boulevard – folgte, und Sat.1 nahm nicht nur die inkriminierte Ausgabe, sondern gleich das ganze Format aus dem Programm.

Gut so, eine als TV-Unterhaltung getarnte Menschenverachtung weniger. Das Problem bleibt aber bestehen, solange skrupellosen Medienmachern und Eltern, die das mit ihren Kindern geschehen lassen, nicht Einhalt geboten wird.

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