Quint-Essenz

Melania Trump: Ein Inselexperiment

1945 1960 1980 2000 2020

Was bleibt von der Ex-First-Lady? Eine Kolumne über aufgehübschte Steine, Gemüsegärten und getrockene Kokosnussspalten.

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Was bleibt von der Ex-First-Lady? Eine Kolumne über aufgehübschte Steine, Gemüsegärten und getrockene Kokosnussspalten.

Rund um die Welt wird rauf- und runterkommentiert, was von Trump bleiben wird. Und ob das, was er angerichtet hat, je wieder ins Lot kommt.

Was ich mich aber schon die ganze Zeit frage: Was genau ist eigentlich Melanias Vermächtnis? Was hat sie die vergangenen vier Jahre getan, außer schön zu sein? Sie schüchtert mich ja irgendwie ein. Ich, die mit ihren Gefühlen hausieren geht und der man zehn Meter gegen den Wind anmerkt, wie sie drauf ist, fürchte mich vor Menschen, die keine Miene verziehen. Melania steht da wie ein Stein. Ein besonders schöner Stein eben. Obwohl auch der mittlerweile in typischer US-Manier von plastischen Chirurgen bearbeitet wurde.

Was mag Melania wohl für Interessen haben? Michelle Obamas Gemüsegarten im Weißen Haus konnte sie schon mal nichts abgewinnen. In die karitativen Fußstapfen von Laura Bush trat sie auch nicht. In die politischen Hillary Clintons schon gar nicht.

Gesetzt den Fall, ich würde mit Melania auf einer einsamen Insel stranden. Nur so als Gedankenexperiment. Kämen wir miteinander aus? Futterneid gäbe es nicht. Melania kann sicher monatelang an einer getrockneten Kokosspalte nagen, ohne aufzubegehren. Protestieren dürfte ohnehin nicht ihre Stärke sein. Ich könnte also poltern, zetern, wehklagen – sie würde es hinnehmen.

Wenn man so gar kein Korrektiv hat, stagniert man doch. Oder aber man lässt sich verbal gehen. Weil es eh wurscht ist. Lässt einen Melanias Gegenwart automatisch zum Donald werden? Wenn uns keiner stoppt – sind wir dann nicht alle ein bisschen Donald?

Melania hin oder her. Die Ex-First-Lady hat sowieso andere Interessen. Allerdings werden sich die einem Emotionsbolzen wie mir nie erschließen.

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