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Ökumene

* Klasnic-Kommission

909 Meldungen, davon 837 Betroffene von Gewalt und Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche in Österreich, gingen im ersten Jahr seit Bestehen bei der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft unter der Leitung von Waltraud Klasnic ein. 253 Anliegen konnten bisher erledigt werden und 192-mal wurden Entschädigungen zugesprochen, berichtete die "Klasnic-Kommission“ am 13. April über das erste Jahr ihrer Tätigkeit.

Die Entscheidungen der Kommission werden den eigenen Grundsätzen entsprechend ohne Rücksicht auf Verjährungsfristen "im Zweifel für das Opfer“ getroffen. Als notwendig wurde auch die Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit, die die Medienberichterstattung in den letzten Monaten bewirkte, hervorgehoben. Neben der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche verfolge die Opferschutzanwaltschaft auch die Etablierung des Schutzes vor sexueller Gewalt als gesamtgesellschaftliches Anliegen, so Klasnic.

Noch weitere drei bis vier Jahre will die Opferschutzanwaltschaft, die im April 2010 ihre Arbeit aufnahm, zur Verfügung stehen. Betroffene werden aufgerufen, sich bis zum 31. Mai 2011 zu melden (Kontakt: www.opfer-schutz.at). (red)

* Bischof Golser sucht um Rücktritt an

In einem offiziellen Schreiben an Papst Benedikt XVI. hat der gesundheitlich angeschlagene Bischof der Südtiroler Diözese Bozen-Brixen, Karl Golser, um den Rücktritt aus seinem Amt angesucht. Der 67-Jährige leidet seit vergangenen Herbst an einer seltenen, atypischen Form des Parkinson-Syndroms. Die Entscheidung des Papstes steht noch aus. Golser war am 5. Dezember 2008 durch Papst Benedikt XVI. zum Bischof ernannt worden. Er trat damit die Nachfolge des am 16. August 2008 plötzlich verstorbenen Bischofs Wilhelm Egger an. (APA/KAP)

* Burka-Verbot in Frankreich

Seit 11. April ist in Frankreich das Tragen muslimischer Vollschleier in der Öffentlichkeit bei Strafe verboten. Wer sich dennoch in der Öffentlichkeit mit Kleidungsstücken wie der das Gesicht völlig verhüllenden Burka oder dem einen Augenschlitz freilassenden Nikab zeigt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 150 Euro rechnen. Männer, die Frauen nachweislich zum Tragen eines Schleiers zwingen, sollen mit bis zu zwei Jahre Haft und einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 60.000 Euro büßen. Die französische Regierung will damit "fundamentalistische Symbole“ aus dem öffentlichen Leben verbannen. Nach Ansicht von Präsident Nicolas Sarkozy und der meisten Franzosen sind Vollschleier Symbole der Unterdrückung und verstoßen gegen Grundsätze wie die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Das Gesetz gilt als erstes dieser Art in der westlichen Welt. (APA)

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