Digital In Arbeit

Qualitätsjournalismus online

Am 9. Mai sind schon fünf Jahre vergangen, seit eines der prägendsten „Medienbabys“ der USA das Licht der Welt erblickt hat. An diesem Montag des Jahres 2005 ging erstmals die Online-Tageszeitung Huffington Post ans Netz. Was etwa die deutsche Netzeitung nicht schaffte (sie ist heute nur mehr noch ein uninteressantes „News-Portal“), gelang der von Arianna Huffington und Kenneth Lerer gegründeten Blog-Plattform: der Sprung zum respektierten, gefürchteten und auch kritisierten Medium.

Eine Handvoll Blogger haben das Unterfangen begonnen, das als „liberales“ Gegengewicht zum konservativen Drudge Report gedacht war (wer sich noch erinnert: dieses Internet-„Blatt“ hat die Affäre um US-Präsident Bill Clintons Sex mit einer Praktikantin an die Öffentlichkeit gezerrt).

Heute hat die Huffington Post mehr als 70 angestellte Redakteure und Reporter und verweist stolz auf mehr als 6000 freiwillige Blogger. Mittlerweile ist die „HuffPo“ dabei, die Flaggschiffe des amerikanischen Qualitätsjournalismus zumindest einzuholen: 16,6 Millionen Besucher hat die ehrwürdige New York Times bei ihrer Online-Ausgabe. Die Huffington Post bringt es mittlerweile auf 13 Millionen. Keine Frage, dass auch die Qualitätsbranche in der Medienwelt gebannt auf die Weiterentwicklung der Fünfjährigen blickt.

Bleibt das liebe Geld. Die New York Times will, so ist es zumindest geplant, in der zweiten Jahreshälfte verstärkt auf bezahlte Inhalte setzen. Zunächst wird das wohl sicher deren Besucherzahl in Richtung derjenigen der Huffinton Post treiben. Die HuffPo ihrerseits sei noch nicht profitabel, lässt Mitgründerin Arianna Huffington verlauten. Aber fürs Jahresende hat sie den Break-even im Visier.

Auch wenn wir and dieser Stelle immer wieder für bezahlte Inhalte plädiert haben – Informationsqualität soll man sich auch etwas kosten lassen – können wir nicht verhehlen, den Erfolgsweg der HuffPo mit Interesse zu verfolgen. Innovativ ist das Ganze ja allemal.

FURCHE-Navigator Vorschau