mewe - © Filmladen

„Me, We“ – Helfen wollen, helfen können

1945 1960 1980 2000 2020

In „Me, We“ nähert sich der junge Regisseur David Clay Diaz fulminant – und ohne Scheuklappen – dem Flüchtlingsthema.

1945 1960 1980 2000 2020

In „Me, We“ nähert sich der junge Regisseur David Clay Diaz fulminant – und ohne Scheuklappen – dem Flüchtlingsthema.

Zurzeit steht Verena Altenberger als neue Buhlschaft beim Salzburger „Jedermann“ auf der Bühne. Zeitgleich kommt sie in David Clay Diaz’ Episodenfilm „Me, We“ auch ins heimische Kino. Altenberger spielt darin die junge Marie, die als Freiwillige in ein NGO-Camp auf Lesbos reist, um dort mitanzupacken. Idealistisch und naiv – beides kann in der dortigen Lage, sagen wir, wenig hilfreich sein. Zumindest wenn die Freiwillige ob der offensichtlichen Unbarmherzigkeit des Behörden auf eigene Faust mit einem Boot nächstens aufs Meer fährt, um ertrinkende Flüchtlinge aus den finsteren Fluten herauszufischen.

Helfen-Wollen und Helfen-Können sind zwei Paar Schuhe, so die Folie, auf der „Me, We“ seine vier ineinander verwobenen Geschichten erzählt. Und gut gemeint, aber nicht gut ist vieles rund um nicht nur Europas humanitäres Problem Nummer eins.

Problematischer Altruismus

„Me, We“ – der Titel ist der Text des Kürzest„Gedichts“ von Muhammad Ali und fasst genial den Spannungsbogen zusammen, in dem sich auch die Dramen des Films abspielen: Da ist die TV-Redakteurin Petra (Barbara Romaner), Midlife-Crisis und alleinstehend, die den minderjährigen syrischen Flüchtling Mohammed (Mehdi Meskar) bei sich aufnimmt und in die österreichische Gesellschaft integrieren will. Als sich im Zuge eine Streits herausstellt, dass Mohammed weder so heißt noch minderjährig ist noch aus Syrien stammt, bricht für diese Herzensdame die Welt zusammen – und sie muss sich eingestehen, dass ihr Altruismus wohl auch der Überwindung der eigenen Einsamkeit und Existenzangst geschuldet ist.

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