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„Risiken und Nebenwirkungen“: Spenden oder nicht spenden?

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Stefan Vögels „Die Niere“ kommt nun auf die Kinoleinwand. Fazit: schleppend und konventionell.

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Stefan Vögels „Die Niere“ kommt nun auf die Kinoleinwand. Fazit: schleppend und konventionell.

Dass die Bühnenstoffe des Vorarlberger Komödienautors Stefan Vögel auch Kinopotenzial haben, bewies vor einigen Jahren die Verfilmung von „Arthur & Claire“. Unter dem Titel „Risiken und Nebenwirkungen“ nimmt nun auch sein Stück „Die Niere“ diesen Weg. Eine brisante Frage bringt Zwist in den Haushalt von Kathrin und Arnold: Sie braucht eine Niere; er – zögert. Mit hinein geraten ihre Freunde Diana und Götz. Letzterer ist sofort zur Spende bereit – sehr zum Missfallen seiner Frau.

Regisseur Michael Kreihsl gelingt eine filmischere Umsetzung als jüngst mit Daniel Glattauers „Die Wunderübung“. Durch Glasfronten und Spiegel in ausgesuchten Designerumgebungen erweitert er den Aktionsraum. Was dort jedoch kaum zünden will, ist der Witz. Der physische Humor von Samuel Finzi als sich windendem Egozentriker ist auf verlorenem Posten in einer schleppenden, konventionellen Inszenierung, die wenig Normalität vermittelt – erst recht nicht, wenn „normale“ Menschen in ihr vorkommen sollen.

Der Autor ist Filmkritiker.

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