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Filme in Kürze

Mammut, Faultier, Säbelzahntiger & Co

Ice Age

USA 2002. Regie: Chris Wedge. Buch: Michael J. Wilson, Michael Berg, Peter Ackermann. Synchronstimmen: Otto Waalkes u.a. 83 Min.

Eiszeit ist. Scrat, ein eigenartiges Wesen - so in etwa eine Kreuzung zwischen Eichhörnchen und Ratte -, löst beim Versuch, eine Eichel zu vergraben, eine Eislawine aus. Diese überrollt die Welt und stellt den Anfang einer rührigen Geschichte dar, in der das Mammut Manfred, das Faultier Sid und der Säbelzahntiger Diego ungewollt das (Neandertaler?-)Menschenbaby Roshan betreuen und durch alle möglichen Wirren und Gefahren seinem Vater zurückbringen. Chris Wedge, der 1998 für einen Animationsfilm den Oscar erhielt, hat dieses eiszeitliche Zeichentrickabenteuer flott und witzig in Szene gesetzt. Sowohl die wirklich originellen Animationen als auch die Sprache (in der deutschen Fassung hat das Faultier Sid die Stimme von Otto Waalkes) machen "Ice Age" zu einem vergnüglichen Kinoerlebnis. Etwas penetrant ist nur das vermittelte Ideal einer heilen Familie, dem die Protagonisten nacheifern; typisch auch, dass im Film nur männliche Tiere und Menschen von Belang sind, lediglich die Mutter von Roshan kommt zu Beginn vor - allerdings stirbt sie (wie es sich für eine aufopfernde Mutter gehört ...), weil sie ihr Kind vor den Eiswassermassen rettet und im letzten Moment der Obhut von Manfred, dem Mammut, übergeben kann. Doch Wort- und Animationswitz lassen diesen gar arg idyllischen Hintergrund zur Nebensache geraten.

Otto Friedrich

Monster & Bestien

Resident Evil

GB/D 2002. Regie: Paul W.S. Anderson. Mit Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Eric Mabius, James Purefoy, Heike Makatsch. 100 Min.

Versuchstiere mutieren zu Bestien, tapfer gegen das allumfassende Böse kämpfende Militärs einer Eliteeinheit werden wie in "Cube" mit sauberen Laserschnitten zerhackt, Zombies greifen mit gierigen Händen nach der schönen Agentin Alice (Milla Jovovich), die sie souverän und unbeschadet im Designerkleid auf Distanz hält. "Resident Evil" ist die filmische Umsetzung eines Videospiels. Regisseur Paul Andersen bedient sich reichlich aus der Effektkiste der Horror- und Science-fiction-Filme der letzten Jahre. Eine Agentencrew kämpft gegen ein weltzerstörerisches Virus, das die Computersysteme im alles beherrschenden Forschungslabor befällt und alles Lebendige in Monster mutieren lässt. Alice leidet an Amnäsie, in ihren wiederkehrenden Erinnerungsfetzen sollen sich Handlungszusammenhänge erschließen. Der halbherzige Versuch, Sinn vorzutäuschen dient nur dazu, möglichst viele Horror-Effekte zusammenzuhalten und die Agenten-crew nach und nach auf verschiedene Arten sterben zu lassen. Ziemlich hirnverbrannt.

Isabella Marboe

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