#

Freiheit für Leaks?

Meinung

Contra: Aufdeckung statt Menschen-Hatz

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Unbestritten ist, dass ohne „illegal“ geleakte Informationen die großen Polit-Affären – von Watergate bis zum heimischen AKH-Skandal – nie aufgedeckt worden wären. Ein absoluter Freibrief für die Medien, geleakte Informationen in jedem Fall zu verwenden, wäre dennoch keine gute Sache. Denn Leaks ohne verantworteten Umgang damit können auch enormen Schaden anrichten. Das Beispiel der uninterpretierten E-Mails von Hillary Clinton etwa, die WikiLeaks in die Öffentlichkeit losließ, haben bekanntlich die letzte US-Präsidentschaftswahl mitentschieden. Klare Regeln und auch journalistische Selbstverpflichtungen in Bezug auf derartige Informationen sind wichtig.

Dabei ist die nachvollziehbare Güterabwägung zwischen Informations- und allfälligen Schutzbedürfnissen (von Personen wie von Institutionen) zu gewährleisten. Insbesondere wenn konkrete Personen betroffen sind, ist der Grat zwischen berechtigter Aufdeckung und Menschenhatz schmal. Man muss in der aktuellen Casinos-Causa keine Sympathien für einen mutmaßlich aus Parteibuchwirtschaft installierten Vorstand haben; aber dass dieser landauf landab zurzeit ausschließlich als unfähiger Trottel firmiert, entspricht keineswegs einer abwägenden und menschenwürdig einordnenden Berichterstattung.

Öffentliche Kontrolle wird ohne Leaken als Ultima Ratio nicht auskommen. Aber man kann durch größte Transparenz schon eine Stufe vorher eingreifen. Die Whistleblow-Möglichkeiten, die auch von Behörden mittlerweile eingerichtet werden, sind ein richtiger Schritt. Auch die Reform der Amtsverschwiegenheit gehört hier dazu. Leider wird diese weiter auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.

Unbestritten ist, dass ohne „illegal“ geleakte Informationen die großen Polit-Affären – von Watergate bis zum heimischen AKH-Skandal – nie aufgedeckt worden wären. Ein absoluter Freibrief für die Medien, geleakte Informationen in jedem Fall zu verwenden, wäre dennoch keine gute Sache. Denn Leaks ohne verantworteten Umgang damit können auch enormen Schaden anrichten. Das Beispiel der uninterpretierten E-Mails von Hillary Clinton etwa, die WikiLeaks in die Öffentlichkeit losließ, haben bekanntlich die letzte US-Präsidentschaftswahl mitentschieden. Klare Regeln und auch journalistische Selbstverpflichtungen in Bezug auf derartige Informationen sind wichtig.

Dabei ist die nachvollziehbare Güterabwägung zwischen Informations- und allfälligen Schutzbedürfnissen (von Personen wie von Institutionen) zu gewährleisten. Insbesondere wenn konkrete Personen betroffen sind, ist der Grat zwischen berechtigter Aufdeckung und Menschenhatz schmal. Man muss in der aktuellen Casinos-Causa keine Sympathien für einen mutmaßlich aus Parteibuchwirtschaft installierten Vorstand haben; aber dass dieser landauf landab zurzeit ausschließlich als unfähiger Trottel firmiert, entspricht keineswegs einer abwägenden und menschenwürdig einordnenden Berichterstattung.

Öffentliche Kontrolle wird ohne Leaken als Ultima Ratio nicht auskommen. Aber man kann durch größte Transparenz schon eine Stufe vorher eingreifen. Die Whistleblow-Möglichkeiten, die auch von Behörden mittlerweile eingerichtet werden, sind ein richtiger Schritt. Auch die Reform der Amtsverschwiegenheit gehört hier dazu. Leider wird diese weiter auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.