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Mit dem Nightjet nach Brüssel?

DISKURS

Contra Nightjet nach Brüssel

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Der neue Nachtzug Wien-Brüssel ist super. Menschen, denen Klimaschutz ein Anliegen ist und die auch auf ratternden Gleisen halbwegs gut schlafen, können sich nun sinnvollerweise in den Zug statt ins Flugzeug setzen. Das spart kiloweise CO₂. Und das ist gut. Der Hype um den Nightjet ist aber auch ein Problem. So wie die jahrelange Diskussion um ein Verbot von Plastiksackerln (das für die Klimabilanz nicht einmal Peanuts ausmacht): Die Klimakrise wird dadurch – auch in unseren Köpfen – auf den Einzelnen abgewälzt. Es ist sinnvoll, wenn Menschen vermehrt mit dem Zug fahren, wenn sie die Milch vom Greißler in eine Mehrwegflasche füllen und sie im Jute- statt Plastikbeutel nach Hause tragen. Der zu hohe Ausstoß von Treibstoffgasen wird sich aber nicht durch den Verzicht des Einzelnen lösen lassen.

Was es braucht, sind schlagkräftige politische Maßnahmen: Gesetze, Anreize, Steuern. Auch solche, die wehtun. Im Übrigen nicht nur den Bürgern – sondern auch den Unternehmen. Es braucht die Erkenntnis, dass unser Wirtschaftssystem es selbst ist, das die Klimakrise anschiebt. Der Klimawandel ist im Kapitalismus systemimmanent. Dass ebendieser Kapitalismus entscheidend für Wohlstand und Stabilität war, ist dabei übrigens unbestritten. Ein System, das immer neues Wachstum braucht, um sich selbst zu erhalten, ist mit der Reduktion, die die Eindämmung des Klimawandels erfordert, aber naturgemäß schwer vereinbar. Von schlagkräftigen Lösungen für dieses Dilemma sind wir noch weit entfernt. Auch ein großzügiger Umstieg auf Nightjets wird dafür nicht ausreichen.

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Der neue Nachtzug Wien-Brüssel ist super. Menschen, denen Klimaschutz ein Anliegen ist und die auch auf ratternden Gleisen halbwegs gut schlafen, können sich nun sinnvollerweise in den Zug statt ins Flugzeug setzen. Das spart kiloweise CO₂. Und das ist gut. Der Hype um den Nightjet ist aber auch ein Problem. So wie die jahrelange Diskussion um ein Verbot von Plastiksackerln (das für die Klimabilanz nicht einmal Peanuts ausmacht): Die Klimakrise wird dadurch – auch in unseren Köpfen – auf den Einzelnen abgewälzt. Es ist sinnvoll, wenn Menschen vermehrt mit dem Zug fahren, wenn sie die Milch vom Greißler in eine Mehrwegflasche füllen und sie im Jute- statt Plastikbeutel nach Hause tragen. Der zu hohe Ausstoß von Treibstoffgasen wird sich aber nicht durch den Verzicht des Einzelnen lösen lassen.

Was es braucht, sind schlagkräftige politische Maßnahmen: Gesetze, Anreize, Steuern. Auch solche, die wehtun. Im Übrigen nicht nur den Bürgern – sondern auch den Unternehmen. Es braucht die Erkenntnis, dass unser Wirtschaftssystem es selbst ist, das die Klimakrise anschiebt. Der Klimawandel ist im Kapitalismus systemimmanent. Dass ebendieser Kapitalismus entscheidend für Wohlstand und Stabilität war, ist dabei übrigens unbestritten. Ein System, das immer neues Wachstum braucht, um sich selbst zu erhalten, ist mit der Reduktion, die die Eindämmung des Klimawandels erfordert, aber naturgemäß schwer vereinbar. Von schlagkräftigen Lösungen für dieses Dilemma sind wir noch weit entfernt. Auch ein großzügiger Umstieg auf Nightjets wird dafür nicht ausreichen.

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