Codes aus der Höhle

1945 1960 1980 2000 2020

Eine Quint-Essenz über verstaubtes Wissen, jugendliche Hirngespinste und Väter, die den Sinn des Lebens nicht verstehen.

1945 1960 1980 2000 2020

Eine Quint-Essenz über verstaubtes Wissen, jugendliche Hirngespinste und Väter, die den Sinn des Lebens nicht verstehen.

Ich bin hinterwälderisch, rückständig, ja regelrecht verstaubt. Zu diesem Schluss kam ich nach eingängiger Beschäftigung mit QR-Codes. Diese viereckigen Dinger, die man mit dem Handy einscannen muss. Früher hätte ich gesagt, die kamen gleichzeitig mit Corona auf die Welt. Es hätte mich nicht gewundert, wenn sie von Hufeisenfledermäusen samt Viren aus der Wuhan-Höhle hinausgeflogen worden wären. Oder entkommen aus dem Wuhan Institute of Virology. Je nachdem, wessen Coronaentstehungstheorie man eben anhängt.

Falsch liege ich in jedem Fall damit, dass QR-Codes und die Pandemie unmittelbar zusammenhängen. Die Codes wurden bereits 1994 entwickelt. In Japan. Im Toyota-Werk. Zu Logistikzwecken.

1994 war ich 16 Jahre alt. Das einzig Technische, dem ich damals Bedeutung zukommen ließ, war unser Festnetztelefon. Es stand im Gang. Ich blockierte es jeden Tag. Stundenlang. Ich telefonierte mit Birgit, Petra, Jasmin und besprach mit ihnen den Sinn des Lebens. Etwa, wie oft der Huber Stefan mit dem Mofa am Haus von der Birgit vorbeigefahren war. Oder, warum der Mayr Manuel im Bus nicht gegrüßt hat. Oder, ob wir uns zum Zeltfest die Haare färben sollen. Oder, ob wir überhaupt zum Zeltfest gehen sollen. Was, wenn uns der Mayr Manuel nicht grüßt? Eine Blamage. Meistens zog an diesem Punkt mein Vater den Stecker aus der Leitung.

Über Spezialwissen zu QR-Codes verfügten vor 27 Jahren nur Nerds, ist auf einer Webseite zu lesen. Hipp wurden sie erst 2007. 2013 soll ihnen wiederum das Garaus gemacht worden sein. Sehr verwirrend das alles. Vielleicht wurden sie ja doch von Hufeisenfledermäusen reaktiviert. Oder im Labor in Wuhan. Zumindest könnte man über diese Theorie nicht sagen, sie wäre verstaubt.

Lesen Sie auch die Quint-Essenz "Grüß Gott, Sie Flegel!" oder "Die Zeit nach der Krise: Ein vorsichtiges Nicken".

Ich bin hinterwälderisch, rückständig, ja regelrecht verstaubt. Zu diesem Schluss kam ich nach eingängiger Beschäftigung mit QR-Codes. Diese viereckigen Dinger, die man mit dem Handy einscannen muss. Früher hätte ich gesagt, die kamen gleichzeitig mit Corona auf die Welt. Es hätte mich nicht gewundert, wenn sie von Hufeisenfledermäusen samt Viren aus der Wuhan-Höhle hinausgeflogen worden wären. Oder entkommen aus dem Wuhan Institute of Virology. Je nachdem, wessen Coronaentstehungstheorie man eben anhängt.

Falsch liege ich in jedem Fall damit, dass QR-Codes und die Pandemie unmittelbar zusammenhängen. Die Codes wurden bereits 1994 entwickelt. In Japan. Im Toyota-Werk. Zu Logistikzwecken.

1994 war ich 16 Jahre alt. Das einzig Technische, dem ich damals Bedeutung zukommen ließ, war unser Festnetztelefon. Es stand im Gang. Ich blockierte es jeden Tag. Stundenlang. Ich telefonierte mit Birgit, Petra, Jasmin und besprach mit ihnen den Sinn des Lebens. Etwa, wie oft der Huber Stefan mit dem Mofa am Haus von der Birgit vorbeigefahren war. Oder, warum der Mayr Manuel im Bus nicht gegrüßt hat. Oder, ob wir uns zum Zeltfest die Haare färben sollen. Oder, ob wir überhaupt zum Zeltfest gehen sollen. Was, wenn uns der Mayr Manuel nicht grüßt? Eine Blamage. Meistens zog an diesem Punkt mein Vater den Stecker aus der Leitung.

Über Spezialwissen zu QR-Codes verfügten vor 27 Jahren nur Nerds, ist auf einer Webseite zu lesen. Hipp wurden sie erst 2007. 2013 soll ihnen wiederum das Garaus gemacht worden sein. Sehr verwirrend das alles. Vielleicht wurden sie ja doch von Hufeisenfledermäusen reaktiviert. Oder im Labor in Wuhan. Zumindest könnte man über diese Theorie nicht sagen, sie wäre verstaubt.

Lesen Sie auch die Quint-Essenz "Grüß Gott, Sie Flegel!" oder "Die Zeit nach der Krise: Ein vorsichtiges Nicken".

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