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Quint-Essenz: Kind, Kegel und Co.

Quint-Essenz

Die Zeit nach der Corona-Krise: Ein vorsichtiges Nicken

1945 1960 1980 2000 2020

Kolumnistin Brigitte Quint macht sich Gedanken über Zufluchtsorte und die offenen Fragen, die die Krise aufwirft. Geholfen hat ihr bei den Überlegungen die Erinnerung an eine alte Quizshow im Bayerischen Fernsehen.

1945 1960 1980 2000 2020

Kolumnistin Brigitte Quint macht sich Gedanken über Zufluchtsorte und die offenen Fragen, die die Krise aufwirft. Geholfen hat ihr bei den Überlegungen die Erinnerung an eine alte Quizshow im Bayerischen Fernsehen.

Was bin ich?“ So hieß die erste Farbsendung im Bayerischen Fernsehen. Ein Team musste den Beruf einer Person erraten. In jeder vierten Folge galt es, einen Promi zu ermitteln. Das Rateteam trug dann eine Augenmaske. Der Promi durfte nur den Kopfschütteln oder nicken, wenn er gefragt wurde. Der Moderator antwortete dann für ihn. Im Internet bin ich auf die Wikipedia-Seite von „Was bin ich?“ gestoßen. Ich hatte etwas zum Thema „Masken“ recherchiert. Der Begriff „Maske“ in der Suchmaschine dürfte mich wohl dorthin gelotst haben. Ich war noch ein Kind, als „Was bin ich?“ gesendet wurde (das Format wurde 1989 eingestellt). Meine Oma mochte die Show. Ich erinnere mich, dass ich oft bei ihr auf dem Sofa saß, als sie sie angeschaut hat. Das Sofa meiner Oma war für mich ein Zufluchtsort.

Wenn ich mit meinen Geschwistern oder Eltern gestritten hatte – auf ihren Trost war Verlass. Wenn Langeweile aufkam – sie vermochte es, diese zu vertreiben. „Mein Dirndl“, sagte sie zu mir. Die Version einer bayerischen Altbäuerin von „Ich hab dich lieb.“ Als Erwachsener muss man das Sofa der Oma gewissermaßen in sich selbst suchen. „Es gibt für den Menschen keine ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigene Seele“, schrieb einst Marc Aurel. Wie stabil dieses „innere Sofa“ ist, zeigt sich meist erst in Krisensituationen. „Was bin ich?“ In der Quizshow trugen die Ratenden nur Masken, wenn ein Promi anwesend war. Die Covid-19-Pandemie verlangt es nun auch uns ab. Im realen Leben. Das ist in diesen Tagen zum Ratespiel geworden. Müssen wir noch lange ausharren? Wird das Tief vorüberziehen? Hätte die Zukunft ein Gesicht, sie trüge eine Maske. Und sie würde auf unsere Fragen mit einem vorsichtigen Nicken antworten.

Lesen Sie auch die Quint-Essenz über den "Wohlfühl-Walter" oder die "Krisenfesten Wunderbärchen".

Was bin ich?“ So hieß die erste Farbsendung im Bayerischen Fernsehen. Ein Team musste den Beruf einer Person erraten. In jeder vierten Folge galt es, einen Promi zu ermitteln. Das Rateteam trug dann eine Augenmaske. Der Promi durfte nur den Kopfschütteln oder nicken, wenn er gefragt wurde. Der Moderator antwortete dann für ihn. Im Internet bin ich auf die Wikipedia-Seite von „Was bin ich?“ gestoßen. Ich hatte etwas zum Thema „Masken“ recherchiert. Der Begriff „Maske“ in der Suchmaschine dürfte mich wohl dorthin gelotst haben. Ich war noch ein Kind, als „Was bin ich?“ gesendet wurde (das Format wurde 1989 eingestellt). Meine Oma mochte die Show. Ich erinnere mich, dass ich oft bei ihr auf dem Sofa saß, als sie sie angeschaut hat. Das Sofa meiner Oma war für mich ein Zufluchtsort.

Wenn ich mit meinen Geschwistern oder Eltern gestritten hatte – auf ihren Trost war Verlass. Wenn Langeweile aufkam – sie vermochte es, diese zu vertreiben. „Mein Dirndl“, sagte sie zu mir. Die Version einer bayerischen Altbäuerin von „Ich hab dich lieb.“ Als Erwachsener muss man das Sofa der Oma gewissermaßen in sich selbst suchen. „Es gibt für den Menschen keine ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigene Seele“, schrieb einst Marc Aurel. Wie stabil dieses „innere Sofa“ ist, zeigt sich meist erst in Krisensituationen. „Was bin ich?“ In der Quizshow trugen die Ratenden nur Masken, wenn ein Promi anwesend war. Die Covid-19-Pandemie verlangt es nun auch uns ab. Im realen Leben. Das ist in diesen Tagen zum Ratespiel geworden. Müssen wir noch lange ausharren? Wird das Tief vorüberziehen? Hätte die Zukunft ein Gesicht, sie trüge eine Maske. Und sie würde auf unsere Fragen mit einem vorsichtigen Nicken antworten.

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