Golf spielende Bonzen aus Tirol

1945 1960 1980 2000 2020

Wer Golf spielt, hat bei Brigitte Quint keinen Stein im Brett. Golfspieler aus Tirol, die in Südafrika Golf spielen, schon gar nicht. Eine Kolumne über Erleuchtung, Kulturunterschiede und Sex-Appeal.

1945 1960 1980 2000 2020

Wer Golf spielt, hat bei Brigitte Quint keinen Stein im Brett. Golfspieler aus Tirol, die in Südafrika Golf spielen, schon gar nicht. Eine Kolumne über Erleuchtung, Kulturunterschiede und Sex-Appeal.

Das Gerücht, dass irgendwelche Bonzen, die deshalb Bonzen sind, weil sie dick im Tiroler Skilift-Business mitmischen, in Südafrika beim Golfspielen gewesen sind, hält sich ja hartnäckig. Ich frage mich, ob ich darüber auch so empört wäre, wenn die Bonzen in Südafrika Tischtennis gespielt hätten. Oder Dart.

Ich fürchte, nein. Auch wenn das irrational ist. Die Tatsache, dass die Verdächtigen ausgerechnet Golf spielen mussten, hat das Fass zum Überlaufen gebracht. In meinen zwanziger Jahren habe ich in Hamburg gearbeitet. Meine beste Freundin vor Ort war eine Münchnerin. Wir waren Singles und fest davon überzeugt, dass die Hamburger mit uns Exil-Bayerinnen nicht kompatibel sind. Deshalb haben wir uns damals auf so einer Plattform angemeldet. Ein Vorvorvorläufer von Tinder.

Wir haben das genutzt, um nach gestandenen Bayern zu suchen, die es wie uns nach Hamburg verschlagen hat. Fündig wurden wir nicht. Nicht, weil es keine Bayern gegeben hätte. Aber die meisten der Kandidaten wiesen einen unverzeihlichen Makel auf: Sie gaben auf ihrem Profil an, Golf zu spielen. Ein NoGo. Sobald wir das lasen, klickten wir sofort weiter. Die Typen hätten ausschauen können wie Brad Pitt oder Bradley Cooper – die Leidenschaft fürs Golfspielen lässt den Sex-Appeal eines Mannes auf Atomgröße schrumpfen.

Schon klar, als Erleuchtete gehe ich mit dieser Einstellung kaum durch. Genauso wenig wie die Skilift-Bonzen. Dass gerade denen endlich ein Licht aufgeht, wäre in Anbetracht des Infektionsgeschehens schön langsam echt wichtig. Oder wenn es die Golfer so besser verstehen: Ab jetzt müsst ihr ein für allemal eure Handicaps verbessern! Aber bleibt um Himmelswillen dafür daheim in Tirol.

Lesen Sie auch die Quint-Essenz "Mondgeständnisse" oder "Inselexperimente".

Das Gerücht, dass irgendwelche Bonzen, die deshalb Bonzen sind, weil sie dick im Tiroler Skilift-Business mitmischen, in Südafrika beim Golfspielen gewesen sind, hält sich ja hartnäckig. Ich frage mich, ob ich darüber auch so empört wäre, wenn die Bonzen in Südafrika Tischtennis gespielt hätten. Oder Dart.

Ich fürchte, nein. Auch wenn das irrational ist. Die Tatsache, dass die Verdächtigen ausgerechnet Golf spielen mussten, hat das Fass zum Überlaufen gebracht. In meinen zwanziger Jahren habe ich in Hamburg gearbeitet. Meine beste Freundin vor Ort war eine Münchnerin. Wir waren Singles und fest davon überzeugt, dass die Hamburger mit uns Exil-Bayerinnen nicht kompatibel sind. Deshalb haben wir uns damals auf so einer Plattform angemeldet. Ein Vorvorvorläufer von Tinder.

Wir haben das genutzt, um nach gestandenen Bayern zu suchen, die es wie uns nach Hamburg verschlagen hat. Fündig wurden wir nicht. Nicht, weil es keine Bayern gegeben hätte. Aber die meisten der Kandidaten wiesen einen unverzeihlichen Makel auf: Sie gaben auf ihrem Profil an, Golf zu spielen. Ein NoGo. Sobald wir das lasen, klickten wir sofort weiter. Die Typen hätten ausschauen können wie Brad Pitt oder Bradley Cooper – die Leidenschaft fürs Golfspielen lässt den Sex-Appeal eines Mannes auf Atomgröße schrumpfen.

Schon klar, als Erleuchtete gehe ich mit dieser Einstellung kaum durch. Genauso wenig wie die Skilift-Bonzen. Dass gerade denen endlich ein Licht aufgeht, wäre in Anbetracht des Infektionsgeschehens schön langsam echt wichtig. Oder wenn es die Golfer so besser verstehen: Ab jetzt müsst ihr ein für allemal eure Handicaps verbessern! Aber bleibt um Himmelswillen dafür daheim in Tirol.

Lesen Sie auch die Quint-Essenz "Mondgeständnisse" oder "Inselexperimente".

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