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Enthüller vor dem Aus?

Das war es dann mit dem radikal freigiebigsten aller Informanten im globalen Netz? Die Enthüllungs-Website Wikileaks will jedenfalls bis auf Weiteres kein neues Material mehr veröffentlichen. Stattdessen müsse man sich auf das Aufbessern der Finanzen konzentrieren, wie Wikileaks-Chef Julian Assange ankündigte. Wikileaks startete nun eine neue Spenden-Kampagne, um die "finanzielle Blockade“ amerikanischer Zahlungsdienstleister zu durchbrechen.

Die Aktivisten argumentieren, durch die Entscheidung von Zahlungsabwicklern wie Visa und Mastercard, keine Geschäfte mehr mit Wikileaks zu machen, seien Finanzmittel in Millionenhöhe nicht mehr erreichbar oder konnten von Unterstützern gar nicht erst gespendet werden. Wikileaks wolle gegen diese "Blockade“ vor Gericht in Großbritannien, den USA, Island und Australien vorgehen.

Faktisch läuft die Arbeit von Wikileaks allerdings schon seit Langem auf Sparflamme. Die Aktivisten veröffentlichten in den vergangenen Monaten ausschließlich geheime Depeschen von US-Diplomaten aus dem Fundus, der ihnen im Vorjahr in die Hände gefallen war. Assange selbst wird in Schweden sexueller Missbrauch vorgeworfen. (tan/apa)

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