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Hommage an einen streitbaren Filmgott

Der 1930 in Paris geborene Jean-Luc Godard gehört zu den Wegbereitern der Nouvelle Vague. Mit Filmen wie "A bout de souffle", "Vivre sa vie" oder "Le mépris" revolutionierte er die Filmsprache. Diese Meisterwerke und den Werdegang Godards spart Michel Hazanavicius, der sich schon beim Stummfilm "The Artist" sehr erfolgreich mit der Filmgeschichte auseinandersetzte, in "Le Redoutable - Godard Mon Amour" aber völlig aus und konzentriert sich ganz auf die Jahre 1967/68, die einen Wendepunkt im Schaffen Godards darstellten.

Da die Grundlage die Memoiren Anne Wiazemskys sind, steht die kurze Ehe Godards mit der damals gerade 19-jährigen Hauptdarstellerin seines Films "La chinoise" im Zentrum. Ihre Beziehung ist der rote Faden, gleichzeitig bietet Hazanavicius aber auch Einblick in die politische Entwicklung Godards, in sein Engagement in der Studentenbewegung, seine Lösung vom klassischen Spielfilm und den Übergang zur Arbeit im Kollektiv mit der Gründung der Groupe Dziga Vertov.

Mit liebevoller Ironie gezeichnet

Hazanavicius erstarrt dabei weder in Verehrung vor dem Kinogott, noch demontiert er ihn völlig. Mit liebevoller Ironie zeichnet er ihn als streitbaren, widersprüchlichen und zerrissenen politischen Künstler, der mit seinen Ansichten und seinem provokativen Auftreten, nicht nur beim Bürgertum Widerspruch hervorruft, sondern zunehmend auch seine Anhänger und Weggefährten vor den Kopf stößt.

Das lockere Spiel mit den Stilmitteln von Godards Filmen wie Kapitelgliederung, Inserts in knalligen Farben, abrupter Einsatz von schwarzweißen Szenen und Negativbildern sorgt dafür, dass "Le Redoutable", dessen Titel sich auf die einsame Mission eines U-Boots in der Tiefsee bezieht, nie bierernst wird. Ganz im Stil des Meisters sprechen die Protagonisten auch direkt in die Kamera oder diskutieren selbstreflexiv über den Sinn von Nacktszenen, während sie selbst nackt sind. Nicht zu kurz kommen auch die für Godard typischen Debatten über das Verhältnis von Kino und Leben, über Politik und Revolution.

Trotz dieser nur für Godard-Kenner verständlichen Anspielungen ist diese Hommage dank des locker-ironischen Erzähltons, einem starken Louis Garrel in der Hauptrolle und nicht zuletzt einem Running Gag um Godards Brille, die bei jedem Kontakt mit den Behörden zu Bruch geht, auch für ein nicht eingeweihtes Publikum unterhaltsam.

Nachhaltig wirkt dieses tragikomische Porträt aber kaum, denn zu beliebig plätschern die Szenen dahin. Nichts wird vertieft oder betont und letztlich hängt der Film auch durch die Fokussierung auf dem Paar in der Luft. Zu wenig plastisch wird der gesellschaftlich-historische Hintergrund, aus dem Godards Wandel resultiert, herausgearbeitet, nie wird spürbar, wie brennend und drängend die hier geführten politischen Diskussionen damals waren.

Le Redoutable -Godard Mon amour F/I 2017. Regie: Michel Hazanavicius. Mit Louis Garrel, Stacy Martin. Cinestar. 102 Min.

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