Weiyena - © Filmladen/Langbein & Partner

„Weiyena – Ein Heimatfilm“: Wirrungen im 20. Jahrhundert

1945 1960 1980 2000 2020

„Weiyena – Ein Heimatfilm“: Weina Zhao geht gemeinsam mit Koregisseurin Judith Benedikt den Wurzeln ihrer Familie nach. Denn „Heimat“ und „Familie“ gehören in China zusammen.

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„Weiyena – Ein Heimatfilm“: Weina Zhao geht gemeinsam mit Koregisseurin Judith Benedikt den Wurzeln ihrer Familie nach. Denn „Heimat“ und „Familie“ gehören in China zusammen.

Fünf Jahre haben Weina Zhao und Judith Benedikt am Film „Weiyena“ gearbeitet – und was am Ende herauskam, ist eine ebenso spannende wie aufschlussreiche wie bedrückende filmische Familienchronik mit den Augen einer „österreichischen Chinesin“, die ihr Publikum an den Wirren Chinas im 20. Jahrhundert anhand ihrer Familiengeschichte teilhaben lässt.

Gemeinsam mit der bislang als Kamerafrau tätigen Judith Benedikt ist Weina Zhao ein zeitgeschichtliches Filmdokument, ein Heimatfilm über eine fremde Heimat gelungen, der die Spannungen der Zeit nachhaltig und beklemmend in die Köpfe des Publikums zu transferieren imstande ist. Und der gleichzeitig ein berührendes Plädoyer für die Bindung an die Familie darstellt: Im Chinesischen gibt es keine unterschiedlichen Wörter für „Familie“ und für „Heimat“. Dem „Heimatfilm“ „Weiyena“ gelingt es, dies ohne Wenn und Aber klarzumachen.

„Weiyena“ heißt „Wien“ auf Chinesisch, und auch der Name von Regisseurin und Erzählerin Weina Zhao bezieht sich auf ihre heutige Heimatstadt. Ihr Vater war schon vor ihrer Geburt an die Donau gekommen, um für seine Frau und seine Tochter ein besseres Leben zu erreichen. Weina kam mit ihrer Mutter im Alter von vier Jahren nach – und sie blieb hier, der Vater kehrte aber bald nach China zurück, als die Möglichkeiten des Wirtschaftens dort wieder gegeben waren. Weina hat von ihrer Mutter Chinesisch gelernt und kam in den Sommerferien zu ihrer Familie, also in ihre „Heimat“. Und auch der Film „Weiyena“ baut auf diesen Reisen auf: Fünf Jahre lang sind Zhao und ihre Koregisseurin Benedikt nach China gefahren, um die Lebenswelten und Erzählungen von Zhaos Familie zu filmen.

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