Journalismus und Propaganda: Auftrag zur Selbsthygiene

Begonnen hat es mit politisch weit rechts verortbaren Websites wie Unzensuriert, Wochenblick oder Info-Direkt. Im Gegensatz zum deklarierten FPÖ TV streiten die Macher dieser digitalen Politik-PR den Parteieinfluss ab. Kontrast hingegen, die Antwort der SPÖ, bekennt sich als sozialdemokratisches Magazin, gestaltet von Mitarbeitern des SPÖ-Parlamentsklubs. Zack Zack ist sogar ganz offiziell aus der Parteienförderung für die im Nationalrat gescheiterte „Liste Pilz“ alias „Jetzt“ entstanden. Und die Neue Zeit im Internet sieht sich als Fortsetzung des gleichnamigen roten Tagblattes für die Steiermark.

Einen wirklichen Turbo erhält die digitale Auferstehung der Parteizeitungen aber jetzt durch die ÖVP bzw. ihr Umfeld. Erst startete der Nationalratsklub Zur Sache, dann erinnerten bürgerliche Finanziers mit eXXpress namentlich an eine frühe Konkurrenz der Krone, formal aber eher an den späteren Rivalen Täglich Alles. Dafür bürgt Chefredakteur Richard Schmitt mit einschlägiger Boulevardroutine von U-Express, Heute, Krone und oe24. Bei Claus Reitan, seinem Kollegen von Zur Sache, werden die Stationen Tiroler Tageszeitung und FURCHE oft genannt. Er war aber auch bei News und Österreich.

Sein leiser Neustart wurde vom Krawall des eXXpress derart übertönt, dass die Klub-PR aufrüstete. Für „Das Kartenhaus der Opposition bricht zusammen“ montierte sie Falter-Chef Florian Klenk ins Bild. Bundeskanzler Sebastian Kurz teilte das Machwerk auf Facebook und Twitter. Seitdem ist Feuer am Dach. Armin Wolf definierte dazu den Unterschied von Journalismus und Propaganda als ergebnisoffene Recherche und Wiedergabe kontra den Verkauf einer festgelegten Position. Er hat Recht. Doch der Unterschied ist oft nicht erkennbar. Und das liegt nicht nur an der mangelhaften Medienkompetenz des Publikums. Journalismus muss sich besser rein halten und abgrenzen.

Der Autor ist Medienberater und Politikanalyst.

Begonnen hat es mit politisch weit rechts verortbaren Websites wie Unzensuriert, Wochenblick oder Info-Direkt. Im Gegensatz zum deklarierten FPÖ TV streiten die Macher dieser digitalen Politik-PR den Parteieinfluss ab. Kontrast hingegen, die Antwort der SPÖ, bekennt sich als sozialdemokratisches Magazin, gestaltet von Mitarbeitern des SPÖ-Parlamentsklubs. Zack Zack ist sogar ganz offiziell aus der Parteienförderung für die im Nationalrat gescheiterte „Liste Pilz“ alias „Jetzt“ entstanden. Und die Neue Zeit im Internet sieht sich als Fortsetzung des gleichnamigen roten Tagblattes für die Steiermark.

Einen wirklichen Turbo erhält die digitale Auferstehung der Parteizeitungen aber jetzt durch die ÖVP bzw. ihr Umfeld. Erst startete der Nationalratsklub Zur Sache, dann erinnerten bürgerliche Finanziers mit eXXpress namentlich an eine frühe Konkurrenz der Krone, formal aber eher an den späteren Rivalen Täglich Alles. Dafür bürgt Chefredakteur Richard Schmitt mit einschlägiger Boulevardroutine von U-Express, Heute, Krone und oe24. Bei Claus Reitan, seinem Kollegen von Zur Sache, werden die Stationen Tiroler Tageszeitung und FURCHE oft genannt. Er war aber auch bei News und Österreich.

Sein leiser Neustart wurde vom Krawall des eXXpress derart übertönt, dass die Klub-PR aufrüstete. Für „Das Kartenhaus der Opposition bricht zusammen“ montierte sie Falter-Chef Florian Klenk ins Bild. Bundeskanzler Sebastian Kurz teilte das Machwerk auf Facebook und Twitter. Seitdem ist Feuer am Dach. Armin Wolf definierte dazu den Unterschied von Journalismus und Propaganda als ergebnisoffene Recherche und Wiedergabe kontra den Verkauf einer festgelegten Position. Er hat Recht. Doch der Unterschied ist oft nicht erkennbar. Und das liegt nicht nur an der mangelhaften Medienkompetenz des Publikums. Journalismus muss sich besser rein halten und abgrenzen.

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