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Ökumene

Abbé Pierre †

Abbé Pierre, Gründer der Emmaus-Bewegung und französischer "Vater der Armen" ist tot. Der in Frankreich hoch verehrte katholische Priester verstarb 94-jährig in Paris. Abbé Pierre setzte sich zeitlebens mit ungewöhnlichen Methoden für Arme, Obdachlose und Waisen ein. 1949 rief er die Emmaus-Gemeinschaft ins Leben, ein nichtkirchliches Sozialwerk für alle Ausgeschlossenen. Der frühere Mönch, Widerstandskämpfer und Abgeordnete versuchte auch im hohen Alter seinen Einfluss noch zu nutzen: Im vergangenen Jahr redete er aus dem Rollstuhl dem Parlament ins Gewissen, um eine für Bedürftige nachteilige Reform des sozialen Wohnungsbaus zu verhindern.

Als Henri Grouès 1912 in eine bürgerliche Familie in Lyon geboren, trat er mit 19 Jahren dem Kapuziner-Orden bei und wurde 1938 zum Priester geweiht. Vier Jahre später trat er in die Résistance ein und half, Juden vor den Nazis in die Schweiz zu bringen. In dieser Zeit nahm er den Decknamen Abbé Pierre an. In hohem Alter sorgte der streitbare Priester noch einmal wegen eines Buches für Aufsehen. 2005 erschien sein Buch "Mon Dieu ... Pourquoi?" (Mein Gott ... warum?). Darin schilderte er, dass er als junger Mönch Sex hatte, und fordert die Abschaffung des Zölibates. Er setzt sich darin auch für die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ein und fordert die Priesterweihe für Frauen.APA

Maximilian Aichern

Der Linzer Altbischof beging sein 25-jähriges Bischofsjubiläum. Als "Bischof des Volkes" wurde Aichern beim Festgottesdienst in Linz vom Grazer Altbischof Johann Weber gewürdigt: Gemäß der Leitlinie des II. Vatikanischen Konzils habe Aichern "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten" stets geteilt. Aichern sei mit Recht der "Sozial-Bischof" genannt worden.KAP

Adnan Ibrahim

Gegen Berichte in den letzten Wochen - von der Kronen Zeitung ("Hassprediger!") bis zum profil -, er rufe zur Gewalt auf, hat sich der Imam der Wiener Schura Moschee zur Wehr gesetzt. In einer Stellungnahme pochte Ibrahim darauf, dass seine Absage an Gewalt und Terror "klar und eindeutig" sei. Er habe die Attentate in New York, Madrid und London "aufs Schärfste verurteilt", auch indem er "die so genannte ,Antiterror Fatwa erlassen" habe, in der "jeder Muslim, der von der Planung eines Terroraktes hört ... gleich und ohne zu zögern die Sicherheitsbehörden" verständigen solle. Ibrahim bezeichnete es als "besonders infam", ihn des ",Aufrufs zum Terror zu bezichtigen". Aufgetauchte "Übersetzungen von Tonabandaufnahmen" seiner Predigten, die kritisiert wurden, nannte er "aus dem Zusammenhang gerissen", wobei wesentliche Aussagen von ihm - "wie die Verurteilung jeglichen Angriffs gegen Zivilisten" - dabei nicht zitiert worden seien.red

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