Big Air Peking Olympia Winter 2022 - © Foto: Getty Images / Catherine Ivill

Olympia 2022: „Big-Air“ mit Atomkraft-Flair

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Bei den Olympischen Winterspielen in Peking findet sich die weltweit erste permanente „Big-Air“-Anlage in einer Stadt - in merkwürdigem Ambiente.

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Bei den Olympischen Winterspielen in Peking findet sich die weltweit erste permanente „Big-Air“-Anlage in einer Stadt - in merkwürdigem Ambiente.

Der Schauplatz erinnert an das Ruhrgebiet – oder an ein dystopisches Cover der Rockband Pink Floyd. Die frischgebackene Freestyle-Olympiasiegerin Eileen Gu aus China war jedenfalls begeistert: „Der Ort ist fantastisch und sieht beeindruckend aus. Ich meine, schau dich um: Nirgendwo sonst liegt Schnee.“ Die Schanze, die sie meint, ist die weltweit erste permanente „Big-Air“-Anlage in einer Stadt. Die Ski-Freestyle und Snowboard-Bewerbe finden dort statt. Im Hintergrund zieren Schornsteine das Bild, mit dem Flair eines Atomkraftwerks.

Bei den Sportlern stieß das umgebaute Stahlwerk im Westen Pekings, heute als „Shougang Industrial Heritage Park“ bekannt, auf gemischte Gefühle. „Es fühlt sich an, als wäre man in einer virtuellen Welt“, so der US-Freestyle-Skier Nick Goepper. Snowboarder Paul O´Brien twit-terte sein Befremden: „Im Wintersport finden wir normalerweise das absolut Beste auf unserem schönen Planeten – und ausgerechnet dort findet jetzt die Olympiade statt?“ Auch von einer „Höllenlandschaft“ war die Rede. 2008 war das Stahlwerk im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele stillgelegt worden, da es viel zur Luftverschmutzung beigetragen hatte, die erdrückend über der chinesischen Hauptstadt gelegen war. Zuletzt wurde das surreal anmutende Gelände zum Event-Ort umgebaut: Geschäfte, Büros und ein Museum prägen die Szenerie. Im Sommer können am Fuße der Schanze auch Konzerte oder Tanzveranstaltungen abgehalten werden. Einer der riesigen Kühltürme soll sogar für Hochzeiten adaptiert werden.

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