This Land Is My Land
Film

"This Land Is My Land": Die Kluft überwinden

1945 1960 1980 2000 2020

Die amerikanisch-österreichische Dokumentarfilmerin Susanne Brandstätter sucht nach Erklärungen für die Polarisierung in den USA – und entdeckt dabei Parallelen zu Europa.

1945 1960 1980 2000 2020

Die amerikanisch-österreichische Dokumentarfilmerin Susanne Brandstätter sucht nach Erklärungen für die Polarisierung in den USA – und entdeckt dabei Parallelen zu Europa.

Was ist denn Wahrheit mehr (oder weniger) als die intrinsisch motivierte Auslegung von Fakten? Werden Fakten überhaupt je als Wahrheit verstanden? Nein, attestierte einst der Philosoph Blaise Pascal der Menschheit in seinem bekannten Zitat: „It is man’s natural sickness to believe that he possesses the truth.“ Ein Satz, den die österreichisch-amerikanische Regisseurin Susanne Brandstätter ihrem neuen Film „This Land Is My Land“ voranstellt. Sie möchte herausfinden, warum ein Emporkömmling wie Trump zum POTUS wurde, zum „President of the United States“, die „united“ gar nicht sind. Dafür reist sie zu Bekannten nach Ohio und will den Menschen, die sie zu ihren Beweggründen, Trump zu wählen, befragen wird, „zuhören, nicht diskutieren“, wie sie einleitend aus dem Off ankündigt.

Mit dem Titel für ihren Film referenziert Brandstätter zudem auf den bekannten Folksong „This Land Is Your Land“ von Woodie Guthrie, den dieser 1940 als Parodie auf Irving Berlins „God Bless America“ komponierte, zu dem wiederum Millionen amerikanischer Schüler allmorgendlich auf die Nationalflagge ihre Treue schwören. Nach der Angelobung Donald Trumps im November 2016 wurde Guthries Song mehrfach als eines von vielen „Protestliedern“ gegen die Politik Trumps propagiert (und instrumentalisiert). Der Filmtitel liest sich unter diesem Aspekt umso mehr wie eine von Trump und seinen Anhängern trotzig verwandelte Entgegnung, eine emotional aufgeladene Catchphrase, eine zu Selbstäuschungszwecken entworfene „Trademark“, die nicht hinterfragt, geschweige denn bewiesen werden muss.