Csoklich - © Foto: Mirjam Reither

Fritz Csoklich-Domokratiepreis: Mutige Kämpferinnen für die Freiheit in Belarus

1945 1960 1980 2000 2020

Swetlana Tichanowskaja, Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa kämpfen unter Einsatz ihres Lebens gegen die Diktatur in Belarus. Dafür wurden sie mit dem diesjährigen Fritz-Csoklich-Preis für Demokratie und Freiheit der Styria Media Group ausgezeichnet.

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Swetlana Tichanowskaja, Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa kämpfen unter Einsatz ihres Lebens gegen die Diktatur in Belarus. Dafür wurden sie mit dem diesjährigen Fritz-Csoklich-Preis für Demokratie und Freiheit der Styria Media Group ausgezeichnet.

Es hätte ein feierlicher Festakt in der Diplomatischen Akademie sein sollen – am Rande der internationalen Belarus-Konferenz in Wien. Doch dann kam der Lockdown. Er zwang die ohnehin schon schwierigen Gespräche über die Zukunft des Landes kurzfristig wieder vom runden Tisch in den virtuellen Raum (die ursprünglich eingeladenen Vertreter des Regimes von Diktator Alexander Lukaschenko waren gar nicht erst gekommen); und er raubte der für Montagabend geplanten Übergabe des „Fritz Csoklich-Demokratiepreises“ an die drei Galionsfiguren des belarussischen Widerstandes allen Glanz.

Doch so groß die Enttäuschung auch darüber war, dass die geplante Zeremonie mit Musik, Prominenz und einer Laudatio durch die ehemalige Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein zu einem nüchternen, weil lockdownkonformen Kammerspiel mit Masken, Abstand und Bodyguards in der Wiener Redaktion der Kleinen Zeitung werden musste – so spürbar wurde im Gespräch der Wert dessen, worum es geht: um tatsächlich bedrohte Freiheit.

Es hätte ein feierlicher Festakt in der Diplomatischen Akademie sein sollen – am Rande der internationalen Belarus-Konferenz in Wien. Doch dann kam der Lockdown. Er zwang die ohnehin schon schwierigen Gespräche über die Zukunft des Landes kurzfristig wieder vom runden Tisch in den virtuellen Raum (die ursprünglich eingeladenen Vertreter des Regimes von Diktator Alexander Lukaschenko waren gar nicht erst gekommen); und er raubte der für Montagabend geplanten Übergabe des „Fritz Csoklich-Demokratiepreises“ an die drei Galionsfiguren des belarussischen Widerstandes allen Glanz.

Doch so groß die Enttäuschung auch darüber war, dass die geplante Zeremonie mit Musik, Prominenz und einer Laudatio durch die ehemalige Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein zu einem nüchternen, weil lockdownkonformen Kammerspiel mit Masken, Abstand und Bodyguards in der Wiener Redaktion der Kleinen Zeitung werden musste – so spürbar wurde im Gespräch der Wert dessen, worum es geht: um tatsächlich bedrohte Freiheit.

Swetlana Tichanowskaja, Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa kämpfen unter Einsatz ihres Lebens gegen das Regime, seine Gewalt und Menschenverachtung.

Jury des Fritz-Csoklich-Demokratiepreises

Swetlana Tichanowskaja (groß im Bild), Veronika Zepkalo (klein dahinter bzw. groß im letztwöchigen FURCHE-Interview) sowie die in Belarus inhaftierte Maria Kolesnikowa kämpfen „unter Einsatz ihres Lebens gegen das Regime, seine Gewalt und Menschenverachtung“, wie es in der Jurybegründung heißt. „Die drei Frauen wurden zum Gesicht des Wandels, sie waren die friedliche Antwort auf die Gewalt. Ihr Mut hat die Bürger von Belarus beflügelt und politische Veränderungen erstmals seit Langem möglich erscheinen lassen.“

Politische Veränderungen im Osten: Diese hatte der Namensgeber des Preises, der langjährige Chefredakteur der Kleinen Zeitung, Fritz Csoklich, schon lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs mit großer Sympathie begleitet. Insofern ist die diesjährige Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises an die belarussischen Dissidentinnen überaus schlüssig. (2019 war die von der Styria Media Group ins Leben gerufene und von Kleiner Zeitung, Presse und FURCHE mitgetragene Auszeichnung an den Universalkünstler Arik Brauer vergeben worden – für dessen Einsatz gegen politische Polarisierung; 2020 fiel die Preisvergabe coronabedingt aus.) Wobei die drei Preisträgerinnen ihre Auszeichnung bewusst „allen Belarussinnen und Belarussen“ widmen, die „an der Frontlinie dieses Kampfes stehen“, wie Tichanowskaja und Zepkalo Montagabend unisono betonten. Auch baten sie im kleinen Kreis dringend darum, den medialen Fokus weiter auf ihr Heimatland zu richten. Denn der Freiheitskampf ist noch lange nicht zu Ende.

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