Nachdem die Wirtschaft des Euroraums im vierten Quartal 2012 deutlich geschrumpft ist, signalisieren die Vorlaufindikatoren für die erste Jahreshälfte 2013 eine schrittweise Stabilisierung und für die zweite Jahreshälfte eine moderate Erholung des Wachstums. In Folge der schwachen Entwicklung zu Jahresbeginn ist aber für das Gesamtjahr 2013 mit einem neuerlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozen zu rechnen. Der Euroraum wird damit das zweite Jahr in Folge in der Rezession bleiben. Trotz der schwachen Wachstumsaussichten dominieren weiterhin die Abwärtsrisiken. Dazu zählen
Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat der Republik Österreich vor einem Jahr die Topbonität aberkannt. Die Herabstufung von AAA auf AA- war u. a. eine deutliche Warnung an die heimische Wirtschaftspolitik, die - damals stockenden - Konsolidierungsbemühungen rascher voranzutreiben. Österreich hat in der Folge eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, um die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen zu verbessern und das Investorenvertrauen zu sichern. So wurde ein umfangreiches Konsolidierungspaket verabschiedet, eine nationale Schuldenregel für Bund, aber auch Länder und
Mit der grundsätzlichen Einigung auf einen Mechanismus für eine gemeinsame Bankenaufsicht im Euroraum haben die europäischen Staats- und Regierungschefs im Dezember 2012 einen wesentlichen Schritt in Richtung einer integrierten europäischen Bankenunion gesetzt. Diese besteht aus insgesamt drei Säulen - die beiden anderen sind die harmonisierte Sanierung und Abwicklung von Banken sowie eine harmonisierte Einlagensicherung.Innerhalb dieses Prozesses dient der einheitliche Aufsichtsmechanismus der Entkoppelung der Risiken von Staaten und Banken. Er sieht vor, im Laufe des nächsten Jahres
In einem Großteil der Welt hat die nach der Finanz- und Wirtschaftskrise eingetretene Erholung im Jahr 2011 spürbar an Schwung verloren. Der Euroraum ist durch die Staatsschuldenkrise besonders stark betroffen und wird im Jahr 2013 das zweite Jahr in Folge eine schrumpfende Wirtschaftsleistung aufweisen. Die einzelnen Euroraumländer sind jedoch in einem sehr unterschiedlichen Ausmaß getroffen. Von den großen Volkswirtschaften weist derzeit lediglich Deutschland positive Wachstumsperspektiven auf.In diesem schwachen internationalen Umfeld behauptet sich Österreichs Wirtschaft zwar nach
Das Eurosystem hat ein Programm ins Leben gerufen, in dessen Rahmen es uneingeschränkt Staatsanleihen von Euroraum-Ländern am Sekundärmarkt kaufen kann. Diese Maßnahme hat zum Ziel, übertriebenen Risikoprämien aufgrund von Befürchtungen über ein Ausscheiden einzelner Länder aus dem Euroraum entgegenzuwirken. Geht eine Gruppe von Finanzmarktteilnehmern davon aus, dass der Euroraum auseinanderbrechen könnte, so verlangen sie für Kredite an Staaten, die den Euro verlassen könnten, Risikoaufschläge. Genau diese Risikoaufschläge erschweren jedoch den betroffenen Ländern die
Auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 12. bis 13. Oktober 2012 in Tokio mit Vertretern der 188 IWF-Mitgliedstaaten hat die geschäftsführende IWF-Exekutivdirektorin Christine Lagarde eine Strategiekorrektur beim IWF eingeleitet. Österreich hat eine zentral- und osteuropäische Stimmrechtsgruppe gegründet und stellt mit Johann Prader erstmals einen Exekutivdirektor, der diese Gruppe im IWF-Direktorium vertreten wird.Während der IWF bisher bei den Krisenstaaten eine restriktive Fiskal- und Monetärpolitik eingefordert und ihre Auswirkungen auf das Wachstum als
Wenngleich der Euroraum derzeit sehr großen Herausforderungen gegenübersteht, zeigen die Fakten, dass sich der Euro in den wenigen Jahren seit seiner Einführung als Währung bewährt hat. Für Österreich eröffnet sich mit dem Euroraum und seinen rund 332 Millionen Einwohnern ein Wirtschaftsraum, der gut vierzigmal mehr Menschen als unser Land beheimatet, und dessen Wirtschaftsleistung mit 9400 Mrd EUR rund 31-mal größer ist als jene der heimischen Volkswirtschaft. 2011 gehörte Österreichs BIP pro Kopf mit 32.300 EUR zu den drei höchsten im Euroraum. Das BIP wuchs real in dem seit
Regelmäßig prüft der Internationale Währungsfonds (IWF) die Solidität der Volkswirtschaften seiner 188 Mitgliedstaaten. In Zeiten einer Finanzkrise sind die fiskal- und finanzpolitischen Einschätzungen des IWF von besonderer Bedeutung. Aktuell unterstrich der IWF die Widerstandsfähigkeit der österreichischen Volkswirtschaft: Die österreichische Wirtschaft sei im Vergleich mit den meisten Ländern des Euroraums in sehr guter Verfassung, wobei speziell die niedrige Arbeitslosenquote hervorzuheben sei. Ausdrücklich anerkannt wird auch die Implementierung eines Systems von Fiskalregeln,
Im Vorfeld der Finanzkrise wurden vielerorts Chancen über- und Risiken unterbewertet. Banken vergaben billige Kredite, die oft in den Konsum oder in unrentable Investitionen flossen. Es kam zur Fehlallokation von Kapital (z. B. Housing Bubble), der Verschuldungsgrad (Leverage) stieg systemweit an. Das böse Erwachen stellte sich ein, als Investoren begannen, die Kreditwürdigkeit der Schuldner im Lichte von Konjunktur- und Strukturschwächen zu hinterfragen. Banken stehen nun unter Druck ihre Bilanzen zu reparieren, das heißt das Eigenkapital im Verhältnis zu ihren Bilanzsummen zu erhöhen
Nach einer Erholung in den Jahren 2010 und 2011 erwartet die EZB in ihrer März-Prognose für den Euroraum heuer ein Wirtschaftswachstum von -0,5 Prozent bis +0,3 Prozent, also eine leichte Rezession. Die Wirtschaftsdynamik wird sich nach dem Einbruch zum Jahreswechsel im Verlauf dieses Jahres zwar wieder beschleunigen, das Wachstum bleibt mit +0,0 Prozent bis +2,2 Prozent aber auch noch im Jahr 2013 moderat. Die Inflation wird im Euroraum in den kommenden Monaten leicht zurückgehen, bleibt aufgrund steigender Energiepreise und diverser Steuererhöhungen zur Budgetkonsolidierung im
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) planen, im Februar 2012 ein Maßnahmenpaket zu erlassen, welches die Geschäftsmodelle der größten österreichischen Bankengruppen nachhaltiger gestaltet.Damit soll einerseits die Erfolgsgeschichte des Auslandsengagements abgesichert, auf der anderen Seite jedoch auf die Vermeidung von exzessiven Risiken abgestellt werden, die letztlich systemische Ausmaße für das Finanzsystem und folglich den Staat haben könnten.Um diese Ziele zu erreichen wurde ein dreistufiger Ansatz gewählt. Erstens soll anhand einer
Die am 13. Jänner von der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) durchgeführten Abstufungen der Länderratings von neun Euroraum-Staaten, unter denen sich neben Frankreich, Spanien und Italien auch Österreich befindet, sind als deutliche Warnung gegenüber dem gesamten Euroraum zu verstehen. Die Auswirkungen dieser Schritte sollten allerdings nicht überschätzt werden, da diese zumindest teilweise aufgrund der bereits im Dezember angekündigten Neueinschätzung der Euroraumstaaten durch S&P schon von den Finanzmärkten vorweggenommen wurden; der Aufschlag österreichischer, zehnjähriger
Die Konjunktur im Euroraum hat sich in der zweiten Jahreshälfte deutlich abgeschwächt. Eine Reihe von Faktoren, wie zum Beispiel die Staatsschuldenkrise und die schwache Exportnachfrage, hat dazu beigetragen. Rund um den Jahreswechsel ist mit einer Stagnation oder sogar mit einem leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung zu rechnen, bevor es wieder zu einem moderaten Wachstum kommen wird. Aus diesem Grund revidierten die Experten des Eurosystems die Prognose für das Jahr 2012 nach unten; sie erwarten nur noch ein BIP-Wachstum im Euroraum zwischen -0,4 und 1%.Auf der Inflationsseite
Seit 1. November 2011 hat die Europäische Zentralbank (EZB) einen neuen Präsidenten. Der neue Vorsitzende des EZB-Rates heißt Mario Draghi. Er wurde 1947 in Rom geboren, wo er aufwuchs, die Schule besuchte und Wirtschaftswissenschaften studierte. Anschließend absolvierte er das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA und nahm dort auch an Lehrveranstaltungen von Nobelpreisträgern wie Franco Modigliani und Robert Solow teil. Danach lehrte Mario Draghi als Professor an der Universität Florenz und arbeitete unter anderem als Exekutivdirektor für die Weltbank.
Das Eurowährungsgebiet befindet sich in einer schwierigen Situation. In den letzten Monaten haben sich die Spannungen von den Staatsanleihemärkten kleiner Euroraum-Länder auf einige große Länder ausgebreitet. Zuletzt hat sich die Situation der Banken im Euroraum dadurch verschlimmert, dass jene Geldmarktsegmente, die längerfristige Finanzierung bereitstellen sollten, zunehmend ausgetrocknet sind.Die neuerlichen Spannungen beeinträchtigen Teile des Transmissionsmechanismus’ der Geldpolitik. Zinsentscheidungen gelangen auf Grund dieser Hemmnisse nicht mehr in gewohnter Weise und in
Über die Sommermonate hat sich das Konjunkturbild im Euroraum merklich eingetrübt. Die Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums einschließlich jenes in den USA, die damit zusammenhängenden massiven Kursverluste an den Aktienmärkten, Einbußen beim Unternehmervertrauen sowie die anhaltenden und sich ausweitenden Anspannungen an den Märkten für Staatsanleihen mehrerer Länder des Euroraums trugen dazu bei.Vor diesem Hintergrund haben die Experten der EZB ihre Wachstumsprognosen für den Euroraum für heuer auf 1,6 % und für 2012 auf 1,3 % nach unten korrigiert. Die Risiken dieser
Der nunmehr dritte auf EU-Ebene durchgeführte Stresstest, dessen Ergebnisse kürzlich publiziert wurden, diente der Einschätzung, wie krisenresistent die größten europäischen Bankengruppen und der Gesamtmarkt sind. Er kann medizinisch mit einem Belastungs-EKG verglichen werden. Getestet wurde, wie sich die Eigenkapitalbasis der Banken im Fall eines schweren wirtschaftlichen Schocks bis Ende 2012 verändert. Dabei hat die neue Europäische Bankaufsichtsbehörde EBA einerseits die Testannahmen gegenüber den Vorjahren spürbar verschärft, andererseits haben viele Banken seit dem letzten
Nach April 2011 erhöhte der EZB-Rat am 7. Juli dieses Jahres den Leitzins um einen weiteren Viertel Prozentpunkt. Nach einer annähernd zweijährigen Phase historisch niedriger Zinsen beträgt der Zinssatz beim Hauptrefinanzierungsgeschäft nunmehr 1,5 Prozent. Diese Leitzinsanhebung - wenn auch mit Blick auf anhaltende Inflationsrisiken -ist vor allem darin begründet, dass der Aufschwung in Europa gesichert und selbsttragend ist, auch wenn es sehr starke Unterschiede zwischen den Ländern gäbe. Daher ist es nicht mehr erforderlich, auf dem extrem niedrigen Zinsniveau im Zuge der Krise zu
Die Wirtschaft im Euroraum befindet sich derzeit eindeutig auf Expansionskurs. Aktuelle Daten zeigen jedoch an, dass sich die wirtschaftliche Dynamik nach einem starken Wachstum zu Jahresbeginn im Verlauf des Jahres abschwächen wird. Die aktuelle Prognose des Eurosystems lässt für den Euroraum für heuer ein Wirtschaftswachstum im Bereich von 1,5 bis 2,3 Prozent erwarten. Für das Jahr 2012 wird von einem geringfügig niedrigeren Wachstum ausgegangen. Die europäischen Kernländer haben die Finanz- und Wirtschaftskrise damit überwunden.Gleichzeitig wirken sich die starken Preisanstiege bei
Zwischen Dezember 2010 und März 2011 hat sich die österreichische Inflationsrate gemäß dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von 2,2 Prozent auf 3,3 Prozent erhöht. Dafür waren in erster Linie steigende Preise bei Energie und Nahrungsmitteln ausschlaggebend. Der globale Rohstoffpreisanstieg, aber auch hausgemachte Entwicklungen haben zur Inflationsbeschleunigung geführt. Dies gilt auch für den Euroraum, wo die Inflationsrate im März auf 2,7 anzog.Im Vergleich zu Deutschland (2,3 Prozent) und Italien (2,8 Prozent) fällt auf, dass die Teuerungsrate im März 2011 in unseren