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Deutliches Zeichen für Euro-Stabilität

Das Eurosystem hat ein Programm ins Leben gerufen, in dessen Rahmen es uneingeschränkt Staatsanleihen von Euroraum-Ländern am Sekundärmarkt kaufen kann. Diese Maßnahme hat zum Ziel, übertriebenen Risikoprämien aufgrund von Befürchtungen über ein Ausscheiden einzelner Länder aus dem Euroraum entgegenzuwirken. Geht eine Gruppe von Finanzmarktteilnehmern davon aus, dass der Euroraum auseinanderbrechen könnte, so verlangen sie für Kredite an Staaten, die den Euro verlassen könnten, Risikoaufschläge. Genau diese Risikoaufschläge erschweren jedoch den betroffenen Ländern die Refinanzierung und verstärken die bestehenden Probleme. Ein Teufelskreis kommt in Gang, der zu immer höheren Risikoprämien führen kann und die Lösung der Probleme weiter erschwert. Dies gilt es zu verhindern!

Das Eurosystem setzt mit seinem Ankaufsprogramm für Staatsanleihen ein deutliches Zeichen für die Unumkehrbarkeit und Stabilität des Euro. Schon die Ankündigung des Programms im August 2012 hat zu spürbaren Rückgängen der Risikoaufschläge der betroffenen Euroraum-Länder geführt und damit den Verzerrungen in der geldpolitischen Transmission entgegengewirkt.

Das Programm ist jedoch nur für jene Länder zugänglich, die sich an die in einem EFSF/ESM-Programm definierten strengen Bedingungen halten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Wirtschaftspolitik und die wirtschaftliche Entwicklung der Länder in die richtige Richtung gehen und somit das Ankaufsprogramm die erhoffte Wirkung zeitigen kann. Bei der Überwachung der Programme soll dem IWF weiterhin eine wichtige Rolle zukommen. Gegenwärtig erfüllt kein Land die genannten Kriterien, sobald dies jedoch der Fall ist, steht das Eurosystem bereit, Ankäufe zu tätigen.

* Der Autor ist Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank

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