Vandana Shiva: Eine Inderin mit Biss

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Sie ist zur Galionsfigur der ökologischen Landwirtschaft geworden: Zum 70. Geburtstag der indischen Physikerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva.

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Sie ist zur Galionsfigur der ökologischen Landwirtschaft geworden: Zum 70. Geburtstag der indischen Physikerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva.

In der Quantenphysik finden Wissenschafter jede Menge Inspiration. Nicht nur für eine neue Generation von Computern und Kommunikationstechnologien, sondern auch für ein neues Weltbild. Bereits in den 1970er Jahren hat Fritjof Capra versucht, die Konsequenzen aus Relativitäts- und Quantentheorie mit östlichen Weisheitslehren in Verbindung zu bringen. Kritiker sahen in seinem Werk „Das Tao der Physik“ jedoch lediglich eine Schönfärberei: Anstatt eines echten Dialogs zwischen den Sphären werde Wissenschaft nur mit Sprachbildern aus Religion und Philosophie geschmückt.

Auch Vandana Shiva schöpft ihre Inspiration aus der Quantenphysik. Die Folgen daraus sind nicht nur „schöngeistig“. Sie führen Indiens bekannteste Umweltaktivistin, die 1993 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, in einen leidenschaftlichen Kampf: gegen die Konzerne der Agrarindustrie und gegen „philanthropische“ Milliardäre wie Bill Gates, die im Globalen Süden ein Labor für Gentechnik und neue Geschäftsfelder errichtet haben. Aber auch gegen Regierungen, Banken und Institutionen, die dazu beitragen, die Expansion der Saatgut- und Pestizidindustrie voranzutreiben. Mit dem früheren US-Konzern Monsanto (heute Bayer-Monsanto) verbindet Shiva eine innige Feindschaft, seit Jahrzehnten. Für die Inderin läuft die Globalisierung unter dem Vorzeichen einer erneuten Kolonialisierung; und es ist kein Wunder, dass sie sich in ihrem gewaltfreien Widerstand auf den antikolonialen Kampf des Mahatma Gandhi bezieht. Was aber hat das mit der Quantenwelt zu tun?

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