Waldbrand Waldbrände Italien - © Foto: Xinhua / Action Press / picturedesk.com

Waldbrände: Bäume und Tiere in Flammen

Temperaturen über 40 Grad und extreme Trockenheit: Die brutale Hitzewelle im Südosten Europas kam nicht ohne Folgen. In Italien, Griechenland, Bulgarien und in der Türkei gingen Wälder in Flammen auf. Allein in Italien musste die Feuerwehr an vielen Orten gegen heftige Waldbrände kämpfen: auf Sardinien und Sizilien, in Apulien, Campobasso oder bei der Küstenstadt Pescara in der Region Abruzzen (Bild). Dort spielten sich dramatische Szenen ab: Während die Flammen immer näher rückten, rannten Bewohner mit Kübeln und Gartenschläuchen auf die Straße, um ihre Häuser zu retten. An den Stränden entstand eine Massenpanik, da der Wind Funken aus dem brennenden Wald angeweht hatte. Aufgrund der nahen Flammen stand die Adria-Bahnlinie vorübergehend still, einige Autobahnen mussten geschlossen werden.

„Die Schäden, die die Brände anrichten, sind nicht bezifferbar“, so der Landwirtschaftsverband Coldiretti. „Bis von den Flammen zerstörte Wälder wieder wachsen, dauert es 15 Jahre.“ Hinter den Sommerbränden in Italien stecken oft wirtschaftliche Interessen; die Jagd nach Brandstiftern läuft auf Hochtouren. Bei Pescara wütete das Feuer auch in einem bekannten Naturreservat. „Bei Bränden spricht man immer über die zerstörten Hektar Wald, aber nicht über die tausenden Insekten, Vögel und Reptilien, die in den Flammen oder wegen Nahrungsmangel nach dem Brand sterben“, sagte ein italienischer WWF-Sprecher. Angesichts der Dürre werde die Brandgefahr auch nach dem Ende dieser Hitzewelle enorm sein, warnten derweil Meteorologen: Mit einsetzenden Winden könnte es erneut zu verheerenden Feuern kommen.

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