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Politik

AUFSTAND UND AUFSTEHEN IN WIEN

1945 1960 1980 2000 2020
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Wien steht also auf. Aufgestanden wird ja allerorten -natürlich immer gegen "Rechts" (wobei seltsamerweise die Aufsteher in anderem Zusammenhang gerne erklären, dass die Kategorien von "links" und "rechts" aber so was von überholt sind ; sei's drum).

Jetzt aber steht Wien in doppelter Weise auf -und zwar nicht nur gegen "Rechts", das sowieso, sondern auch früh: um nämlich damit den Bundeskanzler Lügen zu strafen, der angeblich behauptet hat, die Wiener blieben in der Früh liegen anstatt zu arbeiten und allenfalls ihre Kinder gingen in die Schule. Wörtlich gesagt hatte Sebastian Kurz bezogen auf Wien freilich Folgendes: "Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen." Damit hat Kurz auf die Ankündigung des Wiener Sozialstadtrats Peter Hacker, die Mindestsicherungsreform der Bundesregierung für Wien nicht umsetzen zu wollen, reagiert.

Nun leben zwar in Wien mit einem Fünftel der Gesamtbevölkerung rund 60 Prozent der Mindestsicherungsbezieher -und dass es die von Kurz angesprochenen Probleme gibt, bestätigt vorsichtig etwa auch eine "linke Rote" (Selbstdefinition), wie die Wiener Lehrerin Susanne Wiesinger, die mit ihrem Buch "Kulturkampf im Klassenzimmer" für Furore gesorgt hat (s. auch S. 12/13). Aber das ficht die Wiener Sozialdemokratie nicht an.

Dafür haben die üblichen Unverdächtigen unter dem Hashtag #wienstehtauf ihrer Empörung in den sozialen Medien Luft gemacht. Und die linke Intelligenzija hat ab sofort den Kampf zur Verteidigung des "Roten Wien" ausgerufen. Unter anderen Vorzeichen würde das unter "Polarisierung","Spaltung" und dergleichen mehr laufen. Aber wer wird denn so kleinlich sein, wenn es um (fast) alles geht.

Wien steht also auf. Aufgestanden wird ja allerorten -natürlich immer gegen "Rechts" (wobei seltsamerweise die Aufsteher in anderem Zusammenhang gerne erklären, dass die Kategorien von "links" und "rechts" aber so was von überholt sind ; sei's drum).

Jetzt aber steht Wien in doppelter Weise auf -und zwar nicht nur gegen "Rechts", das sowieso, sondern auch früh: um nämlich damit den Bundeskanzler Lügen zu strafen, der angeblich behauptet hat, die Wiener blieben in der Früh liegen anstatt zu arbeiten und allenfalls ihre Kinder gingen in die Schule. Wörtlich gesagt hatte Sebastian Kurz bezogen auf Wien freilich Folgendes: "Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen." Damit hat Kurz auf die Ankündigung des Wiener Sozialstadtrats Peter Hacker, die Mindestsicherungsreform der Bundesregierung für Wien nicht umsetzen zu wollen, reagiert.

Nun leben zwar in Wien mit einem Fünftel der Gesamtbevölkerung rund 60 Prozent der Mindestsicherungsbezieher -und dass es die von Kurz angesprochenen Probleme gibt, bestätigt vorsichtig etwa auch eine "linke Rote" (Selbstdefinition), wie die Wiener Lehrerin Susanne Wiesinger, die mit ihrem Buch "Kulturkampf im Klassenzimmer" für Furore gesorgt hat (s. auch S. 12/13). Aber das ficht die Wiener Sozialdemokratie nicht an.

Dafür haben die üblichen Unverdächtigen unter dem Hashtag #wienstehtauf ihrer Empörung in den sozialen Medien Luft gemacht. Und die linke Intelligenzija hat ab sofort den Kampf zur Verteidigung des "Roten Wien" ausgerufen. Unter anderen Vorzeichen würde das unter "Polarisierung","Spaltung" und dergleichen mehr laufen. Aber wer wird denn so kleinlich sein, wenn es um (fast) alles geht.