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YouTube macht Fernsehen

1945 1960 1980 2000 2020
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Was vor Jahresfrist in den USA anfing, erreicht nun den deutschsprachigen Raum. Online-Video-Portale wie YouTube versuchen sich mit Fernsehen.

"Das ist nicht witzig“, brüllt ein als spartanischer Krieger Kostümierter und tritt einen Fernsehapparat über eine Klippe in den Abgrund - kurz davor waren noch Doppelgänger der deutschen Komiker Atze Schröder, Cindy aus Marzahn und Mario Barth auf dem Bildschirm zu sehen. Diese Kampfansage ist der Höhepunkt des ersten Videoclips auf dem neuen Comedykanal "Ponk“ von YouTube. Damit tritt das Internet-Videoportal in direkte Konkurrenz mit dem Fernsehen. In den USA war die Google-Tochter schon vor einem Jahr mit Spartenkanälen und eigens dafür produzierten Inhalten an den Start gegangen. Mit "Ponk“ ist nun der erste von geplanten zwölf YouTube-Themenkanälen auf Deutsch angelaufen. Nach vier Tagen hatten schon über 116.000 YouTube-Nutzer den Kanal abonniert.

Die anderen Kanäle sollen Bereiche wie Gesundheit, Sport oder Auto abdecken; "Heartbeat Berlin“ zum Beispiel soll über "global relevante Trends und urbanen Zeitgeist“ informieren. Einnahmen lukriert YouTube mit vorgeschalteten Werbeclips, die aber übersprungen werden können. "Unsere Strategie ist, zu schauen, welche Interessen es in der Welt gibt, die im Fernsehen unterrepräsentiert sind, und sie zu bedienen“, erklärt YouTube-Manager Robert Kyncl gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiele dafür nennt er Cricket oder Ski fahren - global gesehen Randsportarten.

Keine Gefahr fürs Fernsehen?

Kyncl bestreitet, dass die Internet-Kanäle Gefahr fürs TV darstellen: "Ich glaube, dass das Fernsehen noch lange so bleiben wird, wie es heute ist. Das klassische Fernsehen hat solide Geschäftsgrundlagen, die nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden werden.“ Wenn er sich da nicht täuscht. Denn die Konsumgewohnheiten verändern sich rasant, wie am Beispiel der hochqualitativen US-Serien zu sehen ist. Immer weniger Menschen sind bereit, sich "Mad Men“ oder "Girls“ an einem bestimmten Wochentag zu einer bestimmten Uhrzeit anzuschauen, sondern kaufen sich die DVD oder besorgen sich die Serie aus anderen Quellen im Internet, um die Werke zu einem ihnen genehmen Zeitpunkt zu sehen. Videoschauen genau dann, wann man will - das ist auch das Prinzip von YouTube. Da immer mehr TV-Apparate über einen Internet-Anschluss verfügen, kann man sich YouTube-Videos mittlerweile bequem auf dem großen Bildschirm reinziehen.

Was vor Jahresfrist in den USA anfing, erreicht nun den deutschsprachigen Raum. Online-Video-Portale wie YouTube versuchen sich mit Fernsehen.

"Das ist nicht witzig“, brüllt ein als spartanischer Krieger Kostümierter und tritt einen Fernsehapparat über eine Klippe in den Abgrund - kurz davor waren noch Doppelgänger der deutschen Komiker Atze Schröder, Cindy aus Marzahn und Mario Barth auf dem Bildschirm zu sehen. Diese Kampfansage ist der Höhepunkt des ersten Videoclips auf dem neuen Comedykanal "Ponk“ von YouTube. Damit tritt das Internet-Videoportal in direkte Konkurrenz mit dem Fernsehen. In den USA war die Google-Tochter schon vor einem Jahr mit Spartenkanälen und eigens dafür produzierten Inhalten an den Start gegangen. Mit "Ponk“ ist nun der erste von geplanten zwölf YouTube-Themenkanälen auf Deutsch angelaufen. Nach vier Tagen hatten schon über 116.000 YouTube-Nutzer den Kanal abonniert.

Die anderen Kanäle sollen Bereiche wie Gesundheit, Sport oder Auto abdecken; "Heartbeat Berlin“ zum Beispiel soll über "global relevante Trends und urbanen Zeitgeist“ informieren. Einnahmen lukriert YouTube mit vorgeschalteten Werbeclips, die aber übersprungen werden können. "Unsere Strategie ist, zu schauen, welche Interessen es in der Welt gibt, die im Fernsehen unterrepräsentiert sind, und sie zu bedienen“, erklärt YouTube-Manager Robert Kyncl gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiele dafür nennt er Cricket oder Ski fahren - global gesehen Randsportarten.

Keine Gefahr fürs Fernsehen?

Kyncl bestreitet, dass die Internet-Kanäle Gefahr fürs TV darstellen: "Ich glaube, dass das Fernsehen noch lange so bleiben wird, wie es heute ist. Das klassische Fernsehen hat solide Geschäftsgrundlagen, die nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden werden.“ Wenn er sich da nicht täuscht. Denn die Konsumgewohnheiten verändern sich rasant, wie am Beispiel der hochqualitativen US-Serien zu sehen ist. Immer weniger Menschen sind bereit, sich "Mad Men“ oder "Girls“ an einem bestimmten Wochentag zu einer bestimmten Uhrzeit anzuschauen, sondern kaufen sich die DVD oder besorgen sich die Serie aus anderen Quellen im Internet, um die Werke zu einem ihnen genehmen Zeitpunkt zu sehen. Videoschauen genau dann, wann man will - das ist auch das Prinzip von YouTube. Da immer mehr TV-Apparate über einen Internet-Anschluss verfügen, kann man sich YouTube-Videos mittlerweile bequem auf dem großen Bildschirm reinziehen.