Post-Corona: Mut zur Transformation

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Warum der Erhalt des Status quo neue Krisen nur befeuert.

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Warum der Erhalt des Status quo neue Krisen nur befeuert.

Österreich budgetiert für 2021 mit 51 Milliarden Euro Covid-Hilfsgeldern, rund zwölf Prozent des BIP. Eine Chance, nicht wie bisher Bestehendes zu erhalten (ohne Bindung an soziale und ökologische Auflagen), sondern in nachhaltige Innovationen zu investieren, damit Vorreiter für die Lösung der Probleme des 21. Jahrhunderts zu werden und weiteren Krisen vorzubeugen. Lösungsansätze gäbe es genug – angefangen bei Bildungskonzepten zum Ausgleich der ungleichen Chancen, Modellen zur Arbeitsmarktintegration, neuen Ansätzen im Gesundheitswesen (Stichwort E-Health) bis zu unterschiedlichsten Klima-Innovationen im Bereich Bauen, Mobilität, Energie, Lebensmittel und zirkuläres Wirtschaften. Was fehlt – etwa am Beispiel des Gebäude- und Bausektors (38 Prozent des globalen CO2-Aufkommens)?

Erstens Gesetze, Richtlinien, Anreize und angepasste Ausschreibungsverfahren, um Neues zu ermöglichen. Zweitens: die Wahrnehmung und Förderung von Jungunternehmen, die etwa an der Wiederverwertung von Bauteilen („Baukarussell“), der Erschließung alternativer Energiequellen („1001 Dach“) oder Bauwerksbegrünung („Grünstattgrau“) arbeiten. Drittens: die Offenheit, Kooperationen einzugehen und neben dem öffentlichen Sektor und Großunternehmen auch Innovatorinnen sowie die Zivilgesellschaft einzubeziehen. Viertens: die Finanzierung für Innovation, Kooperationen und Aufbau von Netzwerken. Fünftens: die Schaffung von Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Und sechstens: Qualifizierungsmaßnahmen.

Ein stärkeres Zusammenspiel zwischen Staat und Markt wurde durch die Krise möglich und wird auch in Zukunft notwendig sein, um ein nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen. Nutzen wir die Chance, an echter Transformation zu arbeiten, anstatt durch Erhalten des Status quo neue Krisen zu befeuern.

Die Autorin ist Geschäftsführerin des Start-up-Forums „Impact Hub Vienna“.

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