konklave 2013 - © APA/EPA

Konklave: Kompromittieren für Kardinäle

Über die Kunst, mögliche Papstkandidaten unmöglich zu machen.

Werbung
Werbung
Werbung

Es muss kein lediges Kind sein wie im Film „Konklave“. Es gab und gibt auch andere Möglichkeiten, potentielle Papstkandidaten unmöglich zu machen. Die volle Pracht der Kompromittierung werden Menschen jenseits der Sixtinischen Kapelle zwar niemals erfahren; aber ein paar Eindrücke von der Kunst der Intrige konnte man im Vorfeld dieses Konklaves durchaus gewinnen.

Der Klassiker waren körperliche Unzulänglichkeiten, im Fall von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin etwa das Gerücht von einem Schwächeanfall. Raffinierter war da schon das Bändchen „Cardinalem Collegii Recensio“, das offenbar alle Purpurträger als Willkommensgeschenk erhielten – und das hübsche Einblicke in die Giftküche der Franziskusgegner bot. Luis Tagle zeige etwa als „asiatischer Franziskus“ gern Emotionen und habe „inkohärente“ Moralpositionen; und Kardinal Matteo Zuppi sei überhaupt ein linker Modernist und zudem Freimaurerfreund. Péter Erdő hingegen könne wieder für rule of law im Vatikan sorgen; und Robert Sarah wäre endlich wieder ein defender of the faith.

Wie der Heilige Geist das alles sieht, war bei Redaktionsschluss leider noch unbekannt. Über den Umstand, dass Matteo Zuppi einmal „Imagine“ von John Lennon sang, sieht er womöglich sogar hinweg.

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau
Werbung
Werbung
Werbung