Papst Leo XIV. - © APA / AFP / Filippo Monteforte
ONLINE
FIRST

Ein Jahr Papst Leo XIV: Dieser Pontifex hat an Autorität gewonnen

So wirkungslos pontifikale Adressen politisch in der Regel bleiben – unter Leo hat sich etwas geändert. Jetzt stehen weitere pontifikale Richtungsentscheidungen an. Eine Analyse.

Werbung
Werbung
Werbung

Das erste Regierungsjahr von Papst Leo XIV. geht zu Ende. Pontifikale Behutsamkeit prägt seine Amtsführung. Zugleich zeichnen sich mit der Ankündigung seiner ersten Enzyklika theologische Konturen ab. Unter dem Titel Magnifica humanitas („Die großartige Menschheit“) soll sich das Lehrschreiben der Herausforderung Künstlicher Intelligenz stellen. Der Papst greift damit das große Thema des Zweiten Vatikanischen Konzils unter radikal veränderten Bedingungen auf: die Frage nach dem Menschen in der Welt von heute.

Mit Warnungen vor den Folgen der digitalen Revolution wird es kaum getan sein. Verweigerungsstrategien führen nicht in den produktiven Kontakt mit einer technologischen wie anthropologischen Transformation, deren Langzeitfolgen nicht absehbar sind. Das gilt auch für andere Herausforderungen.

Prophetisch unbeirrbar

Bedrängend sind vor allem die weltpolitischen Eskalationen, die den Auftakt des leoninischen Pontifikats prägen. Gegenüber der mitunter sprunghaften Kommunikationspolitik des späten Franziskus agiert sein Nachfolger diplomatisch ausgleichender. Während Barmherzigkeit das Kennwort des Bergoglio-Papstes war, steht Leos Regie unter dem Handlungsvorzeichen des Friedens. „Der Friede sei mit euch allen!“ Der erste Gruß des neu gewählten Papstes verbindet Segen und Aufforderung. So wirkungslos pontifikale Adressen politisch in der Regel bleiben – unter Leo hat sich etwas geändert.

FURCHE-Navigator Vorschau
Werbung
Werbung
Werbung