Papst Leo XIV.
DISKURS
FIRST
Päpstlicher Rückzieher beim Segen für homosexuelle Paare?
Auf dem Rückflug von seiner Afrikareise sorgte Papst Leo XIV. mit der Aussage für Aufregung, „dass wir die förmlichen Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren nicht billigen“. Angefragt worden war er von einer deutschen Journalistin. Diese nahm auf eine Meldung Bezug, wonach der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, künftig eine förmliche Segnung homosexueller Paare in der Diözese München-Freising ermögliche.
Man erinnere sich: Papst Franziskus erlaubte es 2023 katholischen Seelsorgern erstmals, gleichgeschlechtlich liebende Menschen zu segnen. Hat Leo mit seinem Satz also die Regelung seines Vorgängers zurückgenommen? Nein. Die Aussage richtig zu verstehen, ist allerdings alles andere als einfach.
Kardinal Marx als Revoluzzer?
Also von Anfang an: Reinhard Marx hatte mit seiner Erlaubnis für „kirchliche Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche und andere kirchlich nicht ehefähige Paare“ etwas ermöglicht, was in anderen Ländern schon länger praktiziert und in einigen deutschen Diözesen bereits vor Monaten eingeführt wurde. Der Umstand, dass dies nun erstmals von einem Kardinal umgesetzt wurde, reichte aber aus, dass die Meldung weltweit für Schlagzeilen sorgte.
Marx, wie auch andere deutsche Bischöfe, beziehen sich mit ihrer Entscheidung auf eine „Handreichung“ mit dem Titel „Segen gibt der Liebe Kraft – Segnungen für Paare, die sich lieben“. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte das Papier im April 2025 vorgelegt. „Die Kirche bringt Paaren, die in Liebe verbunden sind, Anerkennung entgegen und bietet ihnen Begleitung an“, heiß es darin. Grundlage dafür ist wiederum das vatikanische Schreiben Fiducia supplicans („Flehendes Vertrauen“).
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