Papst Franziskus
DISKURS
FIRST
„Hoffe“: Ein Papst besichtigt sein Leben
„Ein Leben wird besichtigt“: Der Titel der Kindheits- und Jugenderinnerungen des Publizisten und Verlegers Wolf Jobst Siedler nimmt eine Anleihe an Heinrich Manns Chronik „Ein Jahrhundert wird besichtigt“. Vorausgestellt hat er ein Diktum von Max Frisch: „Ein jeder erzählt sich eine Geschichte, die er am Ende für sein Leben hält.“ Ein Motto für „Hoffe“? Die Autobiografie des Papstes trägt deutlich Züge eines Testaments an sich: „Unsere Zeit vergeht schnell. Man will noch das Heute genießen, dabei ist es schon zum Gestern geworden. Diese Jahre des Pontifikats waren ein Leben in der Spannung, eines, das uns zwingt, über die Grenzen hinauszuschauen.“
Der Vermächtnischarakter des 384 Seiten starken Buches (mit etlichen privaten Fotos), das am 14. Jänner zeitgleich in 80 Ländern weltweit erschienen ist, ist unübersehbar. Es ist das Ergebnis von 2019 begonnenen Begegnungen, Gesprächen und Analysen von Texten und Dokumenten – fürwahr ein „Roman des Lebens“. Mit einer Perspektive eines Pontifex in der Zielgerade seines Lebens: „Für uns Christen hat die Zukunft einen Namen, und dieser Name ist Hoffnung.“
Ein Leben wird besichtigt: Und Papst Franziskus, der im vergangenen Dezember 88 wurde, überrascht einmal mehr und lässt in seine Lebensgeschichte und in die Jahre seines Pontifikats blicken, das im März volle zwölf Jahre erreicht. Ich hatte nicht damit gerechnet, Neues zu erfahren. Etliche Bemerkungen sind brisant, manche Kommentare aufschlussreich. Und wie wir es von ihm gewohnt sind, macht er dabei aus seinem Herzen keine Mördergrube und nimmt sich kein Blatt vor den Mund.
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