
FIRST
Anima-Rektor Michael Max zum Heiligen Jahr, Ablass und LGBTQ-Wallfahrten
Der Oberösterreicher Michael Max ist seit 2020 Rektor des Päpstlichen Instituts Santa Maria dell’Anima in Rom. Die Einrichtung ist seit der Mitte des 14. Jahrhunderts Anlaufstelle für Pilgerinnen und Pilger und Studenten aus dem deutschsprachigen Raum in der Ewigen Stadt. Direkt vor Ort beobachtet er die Abläufe im Vatikan aus nächster Nähe. Ein Gespräch über das zu Weihnachten von Papst Franziskus eröffnete Heilige Jahr, Einschätzungen der Synodenergebnisse und seine Meinung zu Priestern mit Karriere-Ambitionen.
DIE FURCHE: Papst Franziskus hat 2025 als Heiliges Jahr ausgerufen. Was bedeutet das?
Michael Max: Heilige Jahre gibt es seit über 700 Jahren, seit dem Jahr 1300 in der katholischen Kirche. Seit geraumer Zeit werden sie tatsächlich alle 25 Jahre gefeiert. Man könnte also sagen alle „heiligen Zeiten“. Der Sinn eines Heiligen Jahres ist ganz einfach für die Kirche, den Fokus wieder auf den Kern der Botschaft zu legen. Und auch in der Gesellschaft, in der man lebt, den Fokus auf das Wesentliche, auf das Bleibende zu legen. In 25 Jahren verändern sich Gesellschaften, auch die Kirche macht in diesem Zeitraum manche Entwicklungen durch. Das ist schon eine Erfahrung, die im Alten Testament steht, im Buch Leviticus. 50 Jahre macht das Volk Gottes eine Entwicklung durch. Nicht alles in dieser Entwicklung führt zum Kern und zum Ziel. Es soll also ein Jahr herausgenommen sein, um wieder auf das Ziel hinzuweisen und sich wieder am Lot, am Bund Gottes mit seinem Volk auszurichten.
Dazwischen gibt es dann manchmal noch sogenannte außerordentliche Heilige Jahre. 2016 hatte Papst Franziskus etwa das „Jahr der Barmherzigkeit“ als ein solches ausgerufen. Das nächste außerordentliche Heilige Jahr wird dann aller Voraussicht nach 2033 sein, 2000 Jahre nach der Auferstehung Jesu. Das hat der Papst bereits indirekt angekündigt.
Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.
In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator.
Steigen Sie ein in die Diskurse der Vergangenheit und entdecken Sie das Wesentliche für die Gegenwart. Zu jedem Artikel finden Sie weitere Beiträge, die den Blickwinkel inhaltlich erweitern und historisch vertiefen. Dafür digitalisieren wir die FURCHE zurück bis zum Gründungsjahr 1945 - wir beginnen mit dem gesamten Content der letzten 20 Jahre Entdecken Sie hier in Kürze Texte von FURCHE-Autorinnen und -Autoren wie Friedrich Heer, Thomas Bernhard, Hilde Spiel, Kardinal König, Hubert Feichtlbauer, Elfriede Jelinek oder Josef Hader!




































































































