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Begegnung zweier Welten

Am 10. Juni startet das Projekt "Mitteleuropäischer Katholikentag" im Wiener Stephansdom: Die römisch-katholische Kirche setzt damit in acht Ländern für ein Jahr ein Signal der Europäisierung (siehe Kasten unten). Das "Furche"-Spezial zu diesem Anlass entstand in Kooperation mit der Österreichischen Bischofskonferenz. Redaktion: Peter Wesely, Erich Leitenberger, Annemarie Fenzl, Christian Rathner

Damals 1960, als ich meine Aufgabe als Wiener Erzbischof übernommen hatte, damals gab es einen Eisernen Vorhang nach dem Osten, Norden und Süden. Die Staatsgrenze unseres kleinen Landes war der Eiserne Vorhang, der Europa geteilt hat in zwei voneinander bereits verschiedene Welten." Kardinal König lebte in einer dieser Welten. Als er zum Begräbnis von Kardinal Stepinac nach Kroatien fuhr, kam es zu einem schweren Autounfall. König und sein Weihbischof Helmut Krätzl wurden schwer verletzt. Der Wiener Erzbischof erinnert sich an sein Schlüsselerlebnis: "Während ich in diesem kleinen Zimmer gelegen bin, sah ich vier weiße Wände und ein Bild: Tito. Der hat mich jeden Morgen begrüßt. Ich habe mir gedacht: Was will der liebe Gott von mir in diesem Zimmer, mit diesem Bild da? Da kam mir der Gedanke: Ja, der Eiserne Vorhang ist plötzlich aufgegangen, du bist hier im Krankenhaus in VarazÇdin im kommunistischen Bereich, du musst dich ein bisschen mehr um den Osten kümmern!"

Hier hört die Welt auf

Vorher, erzählt König seinem Nachfolger Christoph Schönborn, habe er sich als Wiener Erzbischof gedacht, "hier beginnt der Eiserne Vorhang, hier hört die Welt auf. Es war der Eindruck: Ja, da kann man nichts machen. Das ist das Ende der Welt für die westliche Welt."

Für Kardinal König war dieser Unfall Anlass für ein Umdenken. "Das ist eine Welt, in der ich mich jetzt am Rande befinde, von der weiß ich ja nichts, da gibt es auch gute Menschen, da gibt es andere Sorgen als bei uns. Wir können als Christen doch nicht sagen: Das geht uns nichts an!"

40 Jahre ist Kardinal Schönborn jünger. Das Engagement seines Vorgängers hat ihn schon immer beeindruckt. Als junger Professor in Fribourg machte er seine ersten Erfahrungen mit der Welt hinter dem Eisernen Vorhang. "Hans Urs von Balthasar hat mich verdonnert und nach Ostberlin geschickt zu einem Kurs in der DDR, den damals der Weihbischof von Erfurt, Bischof Joachim Meisner geleitet hat. Es war meine erste Erfahrung mit der Welt drüben."

Heimliche Vorlesungen

Einige Jahre später eine zweite Erfahrung: "Ich habe begonnen, heimlich Vorlesungen zu geben in der ÇCSSR für unsere Dominikaner- Mitbrüder. Ich habe damals Thomas Halik kennengelernt und Dominik Duka, der Arbeiter in einer Fabrik war, aber heimlich Povinzial." Für Schönborn der Beginn eines Kennenlernens, von dem er heute sagt: "Ich hätte das früher und viel intensiver angehen sollen."

Für Kardinal König war es vor rund 40 Jahren ein langsames Herantasten: "Ich habe überlegt: Was kann ich tun? Ich kann nur Zeichen setzen. Ich besuchte dann Bischöfe und Generalvikare. Am Anfang war ich zaghaft, dann bin ich mutiger geworden."

König erlebte auch den Wandel in der Einstellung der Kirche zu der Welt hinter dem Eisernen Vorhang. Papst Paul VI. hat ihn bestärkt: "Wir müssen etwas tun, wir können nicht vor dem Eisernen Vorhang stehen bleiben. Wir müssen Wege finden, um mit dieser Welt, die uns so fern, aber geographisch so nah ist, in Verbindung zu kommen."

Parallel zum Wiener Erzbischof begann auch Staatssekretär Agostino Casaroli mit seinen Reisen - "bewusst getrennt, bewusst nicht miteinander kooperiert, um keine Verdachtsmomente aufkommen zu lassen", lässt Kardinal König die heute schwer vorstellbaren Rahmenbedingungen der Reisen wach werden. Doch für ihn war es nun "die innere Zuwendung der Kirche, an die Welt des Kommunismus zu denken, zu erfahren, wie es dort steht."

Vieles, woran Menschen im ehemaligen Ostblock bis heute leiden, braucht Zeit, um verstanden zu werden. Kardinal König erinnert sich an eine Fortbildungsveranstaltung für Priester, zu der ihn der damalige Bischof von Budweis, der heutige Kardinal von Prag, Miloslav Vlk, eingeladen hatte: "Ich habe versucht, aus den Erfahrungen der Kirche im westlichen Europa, von den Vorbereitungen für das Konzil zu erzählen, ich habe versucht, sie zu interessieren, sie zum Sprechen, zum Fragen zu bringen.

für das Konzil zu erzählen, ich habe versucht, sie zu interessieren, sie zum Sprechen, zum Fragen zu bringen. Nach dem ersten Vormittag habe ich mir gedacht: Merkwürdig, sie haben zugehört, aber keine Frage gestellt, keine Miene verzogen. Daraufhin habe ich Bischof Vlk am nächsten Tag gesagt: Ich bin innerlich sehr betroffen. Ich spreche hier zu verschiedenen Themen, aber ich spüre kein Echo. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie überlegen, innerlich mitgehen oder Fragen stellen möchten. Es ist bedrückend, beklemmend, dass ich hier spreche, aber kein Echo wahrnehmen kann."

Nach dem ersten Vormittag habe ich mir gedacht: Merkwürdig, sie haben zugehört, aber keine Frage gestellt, keine Miene verzogen.'

"Daraufhin habe ich Bischof Vlk am nächsten Tag gesagt: Ich bin innerlich sehr betroffen. Ich spreche hier zu verschiedenen Themen, aber ich spüre kein Echo. Ich habe nicht den Eindruck, die überlegen, die gehen innerlich mit oder möchten Fragen stellen. Es ist bedrückend, beklemmend, dass ich hier spreche, aber kein Echo wahrnehmen kann."

Daraufhin habe ihm Bischof Vlk geantwortet, ich dürfe nicht vergessen, die Leute seien Jahre hindurch isoliert in ihrem Pfarrhaus gesessen. Sie konnten niemanden auf der Strasse grüßen, sie ließen sich auf der Straße auch von niemandem grüßen. Da wurde man schnell verdächtigt, es gäbe da eine heimliche Verbindung. Der Seelsorger hat es vermieden, Leute anzusprechen, Leute zu begrüßen, in seinem kirchlichen Umkreis mehr zu tun als den Gottesdienst zu feiern."

Damals sei ihm, erzählt Kardinal König, "in besonders tragischer Weise bewusst geworden, welcher Unterschied hier entstanden war in der psychischen Verfassung der Menschen. Da drüben hatten sie sich jahrelang - zehn, zwanzig Jahre hindurch - bemüht, ihren Dienst zu tun, so gut es eben ging. Und dann aber haben sie aus ihrer geistig-seelischen Vereinsamung nicht herausgefunden. Sie haben jetzt auch mir gegenüber diese Haltung einer psychischen Distanz gezeigt."

Das Ende des Kommunismus hat einen unglaublichen Umbruch bedeutet, der wiederum sehr viele seelische Probleme ausgelöst hat. Schönborn denkt in diesem Zusammenhang an den 7. Jänner 1990 - unmittelbar nach der samtenen Revolution. "Ich war im Priesterseminar, von Leibmeritz und sollte dort einen Vortrag halten. Es war der erste Tag nach den Weihnachtsferien, der erste Tag der Freiheit im Priesterseminar von Leibmeritz. Und große Begeisterung unter den Seminaristen, Aufbruchstimmung, Freiheit.

Gebrochene Menschen

Und dann war Mittagessen mit den Professoren in einem kleinen Speisezimmer. Da saßen um den Tisch auch einige junge neue Professoren, und dann saßen vier, fünf ältere Herren am Rand dieses Tisches, und haben den Kopf nicht gehoben. Während der ganzen Mahlzeit saßen sie mit gesenktem Kopf und haben still vor sich hingegessen. Ich habe danach den Rektor gefragt: ,Was ist da los?' Es waren Friedenspriester, die Professoren am Seminar waren, gebrochene Menschen, gebrochen durch das System, mit dem sie versucht hatten, sich zu arrangieren, oft mit besten Absichten, zum Teil auch aus menschlicher Schwäche. Jetzt waren sie völlig an den Rand geschoben. Dieses Bild tut mir jetzt noch im Herzen weh, wenn ich daran denke, wie sie da saßen, wie die Freiheit auch Opfer gefordert hat. Und ich denke, das ist auch ein Symbol für die Wende, die unsere Nachbarländer gelebt haben und immer noch leben, wie sie mit der neuen Freiheit umgehen."

Die beiden Kardinäle erinnern sich an die Zeit nach der Wende, an die großen Hoffnungen. Doch, so Kardinal Schönborn, "dann haben wir feststellen müssen, dass die seelischen Verwundungen, die Verwüstungen des Kommunismus bis tief in die Kirche hinein solche Spuren hinterlassen haben, dass es lange brauchen wird, bis auch im normalen kirchlichen Leben wieder Vertrauen Fuß fassen kann."

Der Mitteleuropäische Katholikentag zeige jedoch, dass in diesen zwölf Jahren seit der Wende auch vieles zusammengewachsen ist, berichtet Kardinal Schönborn von den bisherigen Vorbereitungsarbeiten. "Und ich hoffe auch, dass unter dem Motto Christus Hoffnung Europas' auch gelebte Hoffnung erfahrbar wird, für diese so bedrängten Kirchen, aber auch für unsere westliche Kirche."

Dass diese Hoffnung durchaus sehr konkret sein kann, zeige sich in der Auseinandersetzung mit den gesellschaftspolitischen und sozialen Fragen in den Staaten Mitteleuropas. So sei es wirklich die Frage, "wie weit ist es unseren Nachbarländern gelungen - in diesem unglaublich schnellen und auch von so vielen Kräften beeinflussten neuen Markt - die im Kommunismus sehr starken sozialen Parameter soweit in eine neue Form überzuführen, dass nicht der Traum nach dem alten Kommunismus zurückkehrt."

Daraufhin habe ihm Bischof Vlk geantwortet, er dürfe nicht vergessen, dass die Leute Jahre hindurch isoliert in ihrem Pfarrhaus gesessen seien. Sie konnten niemanden auf der Straße grüßen, sie ließen sich auf der Straße auch von niemandem grüßen. Da wurde man schnell verdächtigt, dass es eine heimliche Verbindung gäbe. "Der Seelsorger hat es vermieden, Leute anzusprechen, Leute zu begrüßen, in seinem kirchlichen Umkreis mehr zu tun als den Gottesdienst zu feiern."

Für beide Kardinäle liegt es am Engagement der Laien, ob die gesellschaftspolitischen Fragen Antworten finden. "Die Bischöfe sind nicht die Wirtschaftsexperten" - ist Kardinal Schönborn entschieden. "Die Frage scheint mir nicht zu sein: Können die Bischöfe Sozialhirtenworte schreiben, die der polnischen Landwirtschaft aus ihren Problemen helfen oder der Umstellung der Industrie in der Tschechischen Republik? Vielmehr geht es um die Frage: Haben wir genügend gut im Glauben und in ihren Fachgebieten ausgebildete katholische Laien, die in diesen Bereichen christlich agieren, aus christlicher Verantwortung heraus agieren? Das ist die entscheidende Frage und ich bin zuversichtlich, dass wir diese Laien haben."

Der Mitteleuropäische Katholikentag mit seiner Vielzahl an nationalen und internationalen Veranstaltungen sei der Versuch einer Ermutigung zur Einmischung. Auch gehe es darum, Orte der Begegnung zu schaffen.

Einen für ihn besonders wichtigen Punkt bei den Wallfahrten streicht Kardinal Schönborn heraus: "Es geht darum, erst einmal die geistlichen Quellen Europas zu erfahren. Es ist geht vor allem um die Begegnung mit Gott, mit Christus, mit den tiefen Quellen, aus denen der christliche Glaube lebt. Und darum haben wir bei den Überlegungen zu diesem Katholikentag die Quellorte, die Wallfahrtswege Europas so stark hervorgehoben. Entlang dieser Wege ist Europa gewachsen - nicht nur an den Wirtschaftsstraßen, sondern auch an den Wallfahrtswegen."

Deshalb freut sich Kardinal Schönborn auch, dass alle acht Bischofskonferenzen einmütig Mariazell gewählt haben, diesen großen geistlichen Quellort Mitteleuropas, um dort im Mai 2004 zusammen zu beten und einander zu begegnen.

Psychische Distanz

Beide Kardinäle betonen das notwendige Engagement der Laien. Kardinal Schönborn: "Es ist einfach zu einseitig, wenn man sagt, es ist die Kirche nur dann da, wenn ein Bischof gesprochen hat. Die Kirche ist überall dort, wo Laien aus ihrer Verantwortung und Kompentenz als Getaufte die Welt mitgestalten und sündige Strukturen zu überwinden und auch die europäische Zukunft zu gestalten versuchen." Seine Hoffung ist hier: "Wenn wir das gemeinsam aus acht Ländern unternehmen, hat es auf dem Bauplatz Europa eine Bedeutung. Darum haben wir auch gesagt, eines der Ziele des Mitteleuropäischen Katholikentages ist der Bauplatz Europa. An ihm wollen mitgestaltend, mitverantwortlich mitwirken. Und das ist primär die Aufgabe aller Getauften - jeder in seinem Kompetenzbereich." Für Kardinal König: "Eine große Chance!".

Damals sei ihm, erzählt Kardinal König, "in besonders tragischer Weise bewusst geworden, welcher Unterschied hier entstanden ist in der psychischen Verfassung der Menschen. Jenseits des Eisernen Vorhangs haben sie sich zehn, zwanzig Jahre hindurch bemüht, ihren Dienst zu tun, so gut es eben ging. Und dann haben sie aus ihrer geistig-seelischen Vereinsamung nicht herausgefunden. Sie haben jetzt auch mir gegenüber diese Haltung einer psychischen Distanz gezeigt."

Das Ende des Kommunismus bedeutete einen unglaublichen Umbruch, der wiederum sehr viele seelische Probleme ausgelöst hat. Schönborn denkt in diesem Zusammenhang an den 7. Jänner 1990 - unmittelbar nach der samtenen Revolution: "Ich war im Priesterseminar von Leitmeritz und sollte dort einen Vortrag halten. Es war der erste Tag nach den Weihnachtsferien, der erste Tag der Freiheit im Priesterseminar von Leitmeritz. Und große Begeisterung unter den Seminaristen, Aufbruchstimmung, Freiheit. Und dann war Mittagessen mit den Professoren in einem kleinen Speisezimmer. Da saßen um den Tisch auch einige junge neue Professoren. Am Rand des Tisches saßen auch vier, fünf ältere Herren, die aber die ganze Zeit über den Kopf nicht gehoben haben. Während der ganzen Mahlzeit saßen sie mit gesenktem Kopf und haben still vor sich hingegessen. Ich habe danach den Rektor gefragt: "Was ist da los?" Es waren Friedenspriester, die Professoren am Seminar waren - gebrochene Menschen, gebrochen durch das System, mit dem sie versucht hatten, sich zu arrangieren, oft mit besten Absichten, zum Teil auch aus menschlicher Schwäche.

Seelische Verwundungen

"Jetzt waren sie völlig an den Rand geschoben", erinnert sich König. "Dieses Bild tut mir heute noch im Herzen weh, wenn ich daran denke, wie sie da saßen, wie die Freiheit auch ihre Opfer gefordert hat. Und ich denke, das ist auch ein Symbol für die Wende, die unsere Nachbarländer erlebt haben und immer noch erleben, wie sie mit der neuen Freiheit umgehen."

Zeichen der Hoffnung

Die beiden Kardinäle erinnern sich an die Zeit nach der Wende, an die großen Hoffnungen. Doch, so Kardinal Schönborn, "dann haben wir feststellen müssen, dass die seelischen Verwundungen, die Verwüstungen des Kommunismus bis tief in die Kirche hinein solche Spuren hinterlassen haben, dass es lange brauchen wird, bis auch im normalen kirchlichen Leben wieder Vertrauen Fuß fassen kann."

Der "Mitteleuropäische Katholikentag" zeige jedoch, dass in diesen zwölf Jahren seit der Wende auch vieles zusammengewachsen sei, berichtet Kardinal Schönborn von den bisherigen Vorbereitungsarbeiten. "Und ich hoffe auch, dass unter dem Motto Christus - Hoffnung Europas' auch gelebte Hoffnung erfahrbar wird für diese so bedrängten Kirchen, aber auch für unsere westliche Kirche."

Dass diese Hoffnung durchaus sehr konkret sein kann, zeige sich in der Auseinandersetzung mit den gesellschaftspolitischen und sozialen Fragen in den Staaten Mitteleuropas. So sei es die Frage, "wie weit ist es unseren Nachbarländern gelungen - in diesem unglaublich schnellen und auch von so vielen Kräften beeinflussten neuen Markt -, die im Kommunismus sehr starken sozialen Parameter so weit in eine neue Form überzuführen, dass nicht der Traum nach dem alten Kommunismus zurückkehrt."

Katholische Laien gefordert

Für beide Kardinäle liegt es am Engagement der Laien, ob die gesellschaftspolitischen Fragen Antworten finden. "Die Bischöfe sind keine Wirtschaftsexperten", betont Kardinal Schönborn. "Die Frage scheint mir nicht zu sein: Können die Bischöfe Sozialhirtenworte schreiben, die der polnischen Landwirtschaft aus ihren Problemen helfen oder der Umstellung der Industrie in der Tschechischen Republik? Vielmehr geht es um die Frage: Haben wir genügend gut im Glauben und in ihren Fachgebieten ausgebildete Laien, die in diesen Bereichen aus christlicher Verantwortung agieren? Das ist die entscheidende Frage, und ich bin zuversichtlich, dass wir diese Laien haben."

Der "Mitteleuropäische Katholikentag" mit seiner Vielzahl an nationalen und internationalen Veranstaltungen sei der Versuch einer Ermutigung zur Einmischung. Auch gehe es darum, Orte der Begegnung zu schaffen.

Einen für ihn besonders wichtigen Punkt bei den Wallfahrten streicht Kardinal Schönborn heraus: "Es geht darum, erst einmal die geistlichen Quellen Europas zu erfahren. Es geht vor allem um die Begegnung mit Gott, mit Christus, mit den tiefen Quellen, aus denen der christliche Glaube lebt. Und darum haben wir bei den Überlegungen zu diesem Katholikentag die Quellorte, die Wallfahrtswege Europas so stark hervorgehoben. Entlang dieser Wege ist Europa gewachsen - nicht nur an den Wirtschaftsstraßen, sondern auch an den Wallfahrtswegen."

Deshalb freut sich Kardinal Schönborn auch, dass alle acht Bischofskonferenzen einmütig Mariazell gewählt haben, diesen großen geistlichen Quellort Mitteleuropas, um dort im Mai 2004 zusammen zu beten und einander zu begegnen.

Bauplatz Europa

Beide Kardinäle betonen das notwendige Engagement der Laien. Kardinal Schönborn: "Es ist einfach zu einseitig, wenn man sagt: Es ist die Kirche nur dann da, wenn ein Bischof gesprochen hat. Die Kirche ist überall dort, wo Laien aus ihrer Verantwortung und Kompentenz als Getaufte die Welt mitgestalten und sündige Strukturen zu überwinden und auch die europäische Zukunft zu gestalten versuchen."

Schönborns Hoffung: "Eines der Ziele des Mitteleuropäischen Katholikentages ist es, am Bauplatz Europa verantwortlich mitzugestalten und mitzuwirken. Und das ist primär die Aufgabe aller Getauften - jeder in seinem Kompetenzbereich." Auch Kardinal König sieht darin "eine große Chance für einen guten Weg unseres Kontinents".

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