
Dass das Phänomen „Konklave“ einen Nerv trifft, zeichnete sich schon vergangenes Jahr ab, als der gleichnamige Film weltweit über 116 Millionen US-Dollar einspielte. Diese Popularität ist beachtlich für ein zweistündiges Drama über 108 ältere Herren, die sich in der Sixtinischen Kapelle einsperren, um den nächsten Pontifex zu wählen. Weiter angeheizt wurde das Konklave-Fieber diesen Frühling: Papst Franziskus erkrankte und verstarb, und so schienen die auf der Leinwand dargestellten Intrigen plötzlich Realität werden zu können – und dadurch noch spannender. Ralph Fiennes hin oder her: Die brillanteste Fiktion ist niemals so fesselnd wie die Wirklichkeit. Ein Ventil findet das Papst-Interesse nun in einer in den sozialen Medien genutzten Ausdrucksform: dem Meme (ausgesprochen „Miem“).


