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Kardinal Hollerich: „Es wäre wichtig, dass Österreich wieder einen Kardinal bekommt“
Beim Europäischen Forum Alpbach diskutierte der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich über den Weltfrieden. Am Rande des Forums traf ihn DIE FURCHE zum Interview. Im Gespräch kritisiert er die kirchliche Sexualmoral und eine Säkularisierung innerhalb der Kirche. Außerdem erzählt Hollerich, wie Zweifel den Glauben reinigen und erklärt, wie man die Bibel richtig liest.
DIE FURCHE: Sie waren die letzten Jahre inhaltlicher Koordinator der Weltsynode. Wie kann man sich diese Arbeit vorstellen?
Jean-Claude Hollerich: Es war sehr intensiv. Als ich das angenommen hatte, wusste ich nicht, wie viel Arbeit das wird. Die Synode dauerte drei Jahre, sie begann in den Pfarren, ging weiter in den Diözesen und in den Bischofskonferenzen und mein Teil begann in den Kontinentalsynoden. Noch davor traf sich in Frascati in Italien eine Gruppe von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten, Frauen und Männern, um zusammen die Antworten der Bischofskonferenzen aus aller Welt zu lesen. Daraus wurde ein Dokument verfasst. Und dieses wurde bei den Kontinentalsynoden besprochen.
Da kam zum Beispiel das Bild vom Zelt auf, das erweitert werden muss, damit alle darin Platz haben. Das wurde von vielen sehr gut aufgenommen, aber in Afrika überhaupt nicht. Die sagten: Zelt erinnert an Flüchtlingslager, wir wollen endlich weg von Zelten. In Afrika bevorzugte man das Bild der Familie. Dann kam der erste Teil der Weltsynode in Rom, da nahmen Bischöfe und Nicht-Bischöfe teil, darauf hat Papst Franziskus gepocht. Das war eine kontroverse Entscheidung, einigen Bischöfen hat das nicht gefallen. Das war auch beim Vorkonklave noch Thema. Aber für die Atmosphäre war es sehr gut.
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