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Wolfgang Schüssel: „Kickl ist Trumpismus auf Österreichisch“
„Was wir von gestern für morgen lernen können“: So lautet der Untertitel des neuen Sammelbandes, den Wolfgang Schüssel zu seinem 80. Geburtstag herausgegeben hat. Aus Erfahrung schöpfen kann der ehemalige Bundeskanzler (von 2000 bis 2007) und ÖVP-Chef genug – nicht nur national durch seine Koalition mit der FPÖ, die 2000 zu heftigen Protesten und Sanktionen führte, sondern auch durch seine Einblicke hinter internationale Kulissen. Bis heute ist Schüssel nicht nur als Referent gefragt (vergangene Woche etwa beim Pfingstdialog in Seggauberg), sondern als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik auch als Interviewpartner begehrt. DIE FURCHE hat mit ihm in seinem Büro in der Wiener Stallburggasse vor einer wandfüllenden Zeichnung von Anna Stangl gesprochen.
DIE FURCHE: Wir möchten mit Ihnen über Zuversicht reden – und über die Kräfte der Mitte, die sich gegen Polarisierung und letztlich auch Kriege stellen. Eine integrative Kraft, die erst unlängst die Weltbühne betreten hat, ist Papst Leo XIV. Wie finden Sie ihn?
Schüssel: Es ist sicher gut, dass die Entscheidung für Robert Prevost im Konklave sehr schnell gefallen ist. Das hat alle Auguren bestraft, die prophezeit haben, das werde sich sehr lang hinziehen und die Flügelkämpfe würden zunehmen. Es ist eine sehr interessante und im Nachhinein betrachtet auch logische Wahl: Der Personalchef des Vatikans, der in der ganzen Welt Kontakte hat, ist es am Ende geworden. Das gibt auch Hoffnung für Wien, dass hier endlich in puncto Erzbischof eine Entscheidung kommt. Wobei man sich generell von einem Papst nicht erwarten kann und soll, dass er alle Probleme der Welt blitzartig löst - sei es durch ein Gebet, einen Segensspruch oder sein charismatisches Auftreten.
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