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Kirche neu

DISKURS
Vatican fading away - © Fotomontage: Rainer Messerklinger (unter Verwendung eines Bildes von iStock/bruev)

Weltsynode in Rom: Kollaps statt Reformen?

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Am 4. Oktober beginnt in Rom die erste der beiden katholischen ­Synodalversammlungen zum Thema Synodalität. Erstmals sind auch Nichtbischöfe bei den weltkirchlichen Beratungen stimmberechtigt.

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Am 4. Oktober beginnt in Rom die erste der beiden katholischen ­Synodalversammlungen zum Thema Synodalität. Erstmals sind auch Nichtbischöfe bei den weltkirchlichen Beratungen stimmberechtigt.

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Nach der Synode ist vor der Synode. Kaum hat in Deutschland der Synodale Weg die letzte Plenarschleife gedreht, steht der römische Ernstfall an. Vor drei Jahren hat Papst Franziskus seiner Kirche einen synodalen Turnaround verordnet.

Zum ersten Mal in der katholischen Kirchengeschichte findet eine Versammlung mit diesem Format statt. In mehreren Durchgängen wurden die Ortskirchen nach Themen und Perspektiven befragt, die nicht nur auf einer Synode diskutiert werden sollten, sondern mit denen sich die römisch-katholische Kirche konsequent synodal entwickeln soll. Franziskus selbst hat zuletzt nicht ohne Ironie darauf hingewiesen, dass es ein wenig merkwürdig klingt, wenn eine Synode über Synodalität nachdenken solle. Aber genau das braucht es aus Sicht des Papstes, um im Zuge von Beratungen zu erkunden und zu erfahren, wie echte Synodalität geht.

Die Ironie von Franziskus

Dafür hat Franziskus von seiner amtsverbürgten Vollmacht Gebrauch gemacht. Anders als im Kirchenrecht vorgesehen, dürfen auf den beiden römischen Synoden, die in diesem und im nächsten Herbst stattfinden, Nichtbischöfe mitentscheiden. Ohne Ironie geht es bei Franziskus wirklich nicht. Schließlich hatten seine kurialen Mitarbeiter den deutschen Synodalakteuren bis zuletzt ausrichten lassen, de­ci­sion making und de­ci­sion ­taking seien zwei verschiedene Paar Schuhe. Entscheidungen auf Sy­no­den könnten selbstverständlich nur Bischöfe treffen. Aber so wie Franziskus sich inzwischen einen Vertrauten aus seiner Heimat als neuen Chef der obersten Glaubensbehörde zugelegt hat, so souverän gestaltet er auch das sy­no­da­le Instrument um.

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