Hannes Schopf - © Foto: APA/VÖZ/Franz Helmreich
Nachruf

Die FURCHE trauert um Hannes Schopf

1945 1960 1980 2000 2020

Am Karfreitag Morgen ist Hannes Schopf dem Corona-Virus erlegen. Er hat die FURCHE 15 Jahre lang geprägt - zehn davon als Chefredakteur.

1945 1960 1980 2000 2020

Am Karfreitag Morgen ist Hannes Schopf dem Corona-Virus erlegen. Er hat die FURCHE 15 Jahre lang geprägt - zehn davon als Chefredakteur.

Es war im März, als Hannes Schopf eine Einladung von Freunden zu einem Skiausflug nach Ischgl annahm. Kaum zurückgekehrt, wurden erste Symptome von Covid-19 deutlich. Am Karfreitagmorgen ist er dem Coronavirus im 73. Lebensjahr erlegen.

15 Jahre lang hat der gebürtige Tiroler die FURCHE entscheidend geprägt – zuerst als Innenpolitik-Redakteur bzw. stellvertretender Chefredakteur neben Hubert Feichtlbauer, schließlich von 1984 bis 1994 als Chefredakteur. „Hannes Schopf war ein Guter, ein echter Christlichsozialer in Gesinnung und Tat“, erinnert sich Walter Schaffelhofer, von 1976 bis 1992 Geschäftsführer der FURCHE sowie langjähriger Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ). „Seinen tiefen Glauben, seine Liebenswürdigkeit, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Geselligkeit haben alle geschätzt.“ Hannes Schopf schätzte seinerseits den Dialog und prägte damit auch die FURCHE in einer Zeit – Rüstungswettlauf, Endphase des Kalten Krieges, Aufsplitterung der traditionellen Parteienlager, zunehmende Polarisierung in der katholischen Kirche –, die das Dialogisieren besonders nötig hatte.

Präzision, Mut und Loyalität

Zugleich scheute er keine Auseinandersetzung, wenn sie notwendig war, und verbat sich jeden Maulkorb: sei es gegenüber Bischöfen wie Kurt Krenn, sei es gegenüber der (Medien-)Politik, als diese die intensive Kooperation von Krone und Kurier im Rahmen der Mediaprint – und damit eine deutlich verstärkte Pressekonzentration – hinnahm: Der Begriff „Krokuwaz“ stammt von Hannes Schopf. Pointiert nahm er auch zu gesellschaftspolitischen Fragen (darunter insbesondere Familienpolitik und Lebensschutz) Stellung. Größte Loyalität zeichnete ihn gegenüber den
Kolleginnen und Kollegen aus, so Walter Schaffelhofer: "Angesichts einer drohenden Kündigungswelle in der
FURCHE nahm er eher die Selbstkündigung in Kauf, bevor er Mitarbeiterkündigungen mittrug.“

Es war im März, als Hannes Schopf eine Einladung von Freunden zu einem Skiausflug nach Ischgl annahm. Kaum zurückgekehrt, wurden erste Symptome von Covid-19 deutlich. Am Karfreitagmorgen ist er dem Coronavirus im 73. Lebensjahr erlegen.

15 Jahre lang hat der gebürtige Tiroler die FURCHE entscheidend geprägt – zuerst als Innenpolitik-Redakteur bzw. stellvertretender Chefredakteur neben Hubert Feichtlbauer, schließlich von 1984 bis 1994 als Chefredakteur. „Hannes Schopf war ein Guter, ein echter Christlichsozialer in Gesinnung und Tat“, erinnert sich Walter Schaffelhofer, von 1976 bis 1992 Geschäftsführer der FURCHE sowie langjähriger Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ). „Seinen tiefen Glauben, seine Liebenswürdigkeit, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Geselligkeit haben alle geschätzt.“ Hannes Schopf schätzte seinerseits den Dialog und prägte damit auch die FURCHE in einer Zeit – Rüstungswettlauf, Endphase des Kalten Krieges, Aufsplitterung der traditionellen Parteienlager, zunehmende Polarisierung in der katholischen Kirche –, die das Dialogisieren besonders nötig hatte.

Präzision, Mut und Loyalität

Zugleich scheute er keine Auseinandersetzung, wenn sie notwendig war, und verbat sich jeden Maulkorb: sei es gegenüber Bischöfen wie Kurt Krenn, sei es gegenüber der (Medien-)Politik, als diese die intensive Kooperation von Krone und Kurier im Rahmen der Mediaprint – und damit eine deutlich verstärkte Pressekonzentration – hinnahm: Der Begriff „Krokuwaz“ stammt von Hannes Schopf. Pointiert nahm er auch zu gesellschaftspolitischen Fragen (darunter insbesondere Familienpolitik und Lebensschutz) Stellung. Größte Loyalität zeichnete ihn gegenüber den
Kolleginnen und Kollegen aus, so Walter Schaffelhofer: "Angesichts einer drohenden Kündigungswelle in der
FURCHE nahm er eher die Selbstkündigung in Kauf, bevor er Mitarbeiterkündigungen mittrug.“

Hannes Schopf war ein Guter, ein echter Christlichsozialer in Gesinnung und Tat.

Walter Schaffelhofer

Nach seinem abrupten Abschied von der FURCHE war Schopf für den Österreichischen Bauernbündler (später Österreichische Bauernzeitung) tätig, danach wurde er Pressechef des VÖZ und blieb dies bis zu seiner Pensionierung 2012.

Auch danach engagierte er sich weiterhin ehrenamtlich für die Medienbranche sowie den österreichischen Journalismus - als stellvertretender Vorsitzender des Presseclubs Concordia, als Ombudsmann des Österreichischen Presserates, als Vorsitzender der Publizistikförderungskommission und (wie schon zuvor) als prägende Kraft im Verband der katholischen Publizistinnen und Publizisten Österreichs.

„Hannes Schopf war ein präziser und treffsicherer Anwalt eines freien und verantwortungsbewussten Journalismus“, betont FURCHE-Herausgeber und Concordia-Vorstandsmitglied Heinz Nußbaumer. „Und er kämpfte für seine
Überzeugungen.“

Der FURCHE blieb Hannes Schopf bis zuletzt in großer Sympathie verbunden. Wir verabschieden und verneigen uns vor ihm in tiefer Dankbarkeit.