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Lebendigkeit

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"Wie wir nun weiterkommen"

1945 1960 1980 2000 2020

"Bleib bei mir! Lass mich nicht allein!" - Dass derartige Bitten von Sterbenden weithin ungehört blieben, ist ein unverantwortliches menschliches Defizit, schreibt FURCHE-Leser Pfr. i. R Eugen Giselbrecht.

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"Bleib bei mir! Lass mich nicht allein!" - Dass derartige Bitten von Sterbenden weithin ungehört blieben, ist ein unverantwortliches menschliches Defizit, schreibt FURCHE-Leser Pfr. i. R Eugen Giselbrecht.

Es ist keine Frage, dass zur Zeit der Corona-Pandemie Politiker, medizinisches Forschungs- und Pflegepersonal Großartiges geleistet haben, sodass sie oft an ihre Grenzen kamen. Zu Recht weist jedoch Marianne Gronemeyer im "Kompass" vom 7. 1. 21 darauf hin, dass mit der medizinisch - technischen Bekämpfungsstrategie sehr viel an Menschlichkeit auf der Strecke blieb. Für mich sind es vorallem zwei

Gebiete: Zum ersten bedauere ich sehr, dass mit dem notwendigen Schutz älterer Menschen eine unmenschliche Isolierung verbunden war, sodass Schwerkranke und vorallem Sterbende allein gelassen wurden, obwohl von Sterbenden sehr oft zu hören ist: "Bleib bei mir! Lass mich nicht allein!" Dass derartige Bitten weithin ungehört blieben, ist ein unverantwortliches menschliches Defizit. Das Zweite ist für mich der ungehörte Hilfeschrei von Menschen in den Flüchtlingslagern vor den Toren Europas, die unter katastrophalen Umständen dahin vegetieren müssen. Weder der Aufruf des Bundespräsidenten noch die mahnenden Worte von Bischof Glettler nach seinem Besuch auf Lesbos noch Meldungen und Proteste vieler anderer konnten bisher die türkis - grüne Bundesregierung bewegen, ein paar Hunderte, die es am notwendigsten bräuchten, nach Österreich kommen zu lassen, obwohl z. B. Ärzte ohne Grenzen immer wieder aufzeigen, dass Hilfe vor Ort längst nicht mehr ausreicht. Ihre Bitten werden nicht beachtet, obwohl Bürgermeister*, Vertreter der Kirchen und viele Privatpersonen versichern, dass wir Platz haben. Dies zeigt auch die Tatsache, wie wir vor vier Jahren 250 Flüchtlingsunterkünfte hatten und heute gerade noch 90 gebraucht werden.

Solange die österreichische sowie die gesamteuropäische Politik dieses Problem nicht ernsthaft angeht, ist vieles in der Bekämpfung der Coronapandemie unglaubwürdig.

Es ist keine Frage, dass zur Zeit der Corona-Pandemie Politiker, medizinisches Forschungs- und Pflegepersonal Großartiges geleistet haben, sodass sie oft an ihre Grenzen kamen. Zu Recht weist jedoch Marianne Gronemeyer im "Kompass" vom 7. 1. 21 darauf hin, dass mit der medizinisch - technischen Bekämpfungsstrategie sehr viel an Menschlichkeit auf der Strecke blieb. Für mich sind es vorallem zwei

Gebiete: Zum ersten bedauere ich sehr, dass mit dem notwendigen Schutz älterer Menschen eine unmenschliche Isolierung verbunden war, sodass Schwerkranke und vorallem Sterbende allein gelassen wurden, obwohl von Sterbenden sehr oft zu hören ist: "Bleib bei mir! Lass mich nicht allein!" Dass derartige Bitten weithin ungehört blieben, ist ein unverantwortliches menschliches Defizit. Das Zweite ist für mich der ungehörte Hilfeschrei von Menschen in den Flüchtlingslagern vor den Toren Europas, die unter katastrophalen Umständen dahin vegetieren müssen. Weder der Aufruf des Bundespräsidenten noch die mahnenden Worte von Bischof Glettler nach seinem Besuch auf Lesbos noch Meldungen und Proteste vieler anderer konnten bisher die türkis - grüne Bundesregierung bewegen, ein paar Hunderte, die es am notwendigsten bräuchten, nach Österreich kommen zu lassen, obwohl z. B. Ärzte ohne Grenzen immer wieder aufzeigen, dass Hilfe vor Ort längst nicht mehr ausreicht. Ihre Bitten werden nicht beachtet, obwohl Bürgermeister*, Vertreter der Kirchen und viele Privatpersonen versichern, dass wir Platz haben. Dies zeigt auch die Tatsache, wie wir vor vier Jahren 250 Flüchtlingsunterkünfte hatten und heute gerade noch 90 gebraucht werden.

Solange die österreichische sowie die gesamteuropäische Politik dieses Problem nicht ernsthaft angeht, ist vieles in der Bekämpfung der Coronapandemie unglaubwürdig.