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Bill & Melinda Gates, die Guten

Die Wirtschaft vieler afrikanischer Staaten kommt nicht vom Fleck. Ein Grund dafür ist auch das epidemische Ausmaß von Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria. Mit Malaria etwa infizieren sich rund 300 bis 500 Millionen Menschen pro Jahr. Erkrankte Erwachsene fallen so für Monate für die Arbeit aus; Kinder können die Schule nicht besuchen (vgl. Furche 26/07).

Schon seit Jahren investiert die Gates Foundation viel Geld in den Kampf gegen das Sumpffieber. Nun haben Bill und Melinda Gates Mitte Oktober das beinahe vergessene E-Wort wieder in die Diskussion eingebracht: Eradication - die vollständige Ausrottung der Malaria. Theoretisch ist dies möglich: Würden alle Malaria-Infizierten mit entsprechenden Medikamenten behandelt, dann müsste die Krankheit irgendwann verschwunden sein. Denn es gibt kein Tierreservoir, in das sich der Erreger zurückziehen kann. Und das Ehepaar Gates hofft, dass es die Ausrottung tatsächlich noch miterleben wird. Für die gewünschte Wirkung müssten die Finanzmittel allerdings um das Dreifache - auf drei bis vier Milliarden Dollar pro Jahr - erhöht werden. Das klingt nach viel, ist aber im Vergleich zu anderen monetären Aufwendungen, etwa jenen gegen den Klimawandel, recht bescheiden. Kurzum: Das Vorhaben scheint machbar.

Einige Wissenschafter warnten zwar sogleich vor übertriebenen Erwartungen, weil sie schon erste Resistenzen gegen die beste derzeit verfügbare Therapie beobachten. Dennoch darf man den beiden Philanthropen zu ihrem Coup gratulieren: Sie haben ein sehr ehrgeiziges Ziel formuliert, über das jetzt seit langem wieder einmal ernsthaft debattiert wird. Vielleicht rückt damit die volle Tragik dieses verhinderbaren Übels auch ins Bewusstsein der Menschen (der westlichen Welt). Oder wussten Sie, dass ein bis zwei Millionen Menschen jährlich an Malaria sterben - die Hälfte davon Kinder unter fünf?

thomas.muendle@furche.at

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