Putzerlippfisch - Putzerlippfisch Die Fische empfangen ihre Kunden an sogenannten „Putzer-Stationen“. Auch die gefährlichen Barrakudas schauen vorbei. - © Foto: Klaus Stiefel

Putzerlippfisch: Der gescheiteste Fisch im Meer

19451960198020002020

Neueste Erkenntnisse offenbaren die erstaunliche Intelligenz in der Tierwelt. Was man bisher an kognitiven Leistungen messen kann, ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Das zeigt ein kleiner Meeresbewohner, der sich an Machiavelli zu orientieren scheint.

19451960198020002020

Neueste Erkenntnisse offenbaren die erstaunliche Intelligenz in der Tierwelt. Was man bisher an kognitiven Leistungen messen kann, ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Das zeigt ein kleiner Meeresbewohner, der sich an Machiavelli zu orientieren scheint.

Wenige Gruppen von Menschen oder Tieren sind so vielen Vorurteilen ausgesetzt wie die Fische. Zum Beispiel ist es ein gängiges Vorurteil von Nicht-Biologen, dass ein Goldfisch nur eine Gedächtnisspanne von zehn Sekunden hätte. Die psychologische Basis dieser Fischverachtung ist die menschliche Tendenz, allen Kreaturen, die keine süßen Säugetieraugen und keine wuscheligen Haare haben, Intelligenz und Innenleben abzusprechen. Um zu zeigen, wie falsch diese Tendenz ist, sollen hier die kognitiven Leistungen eines ganz besonderen Fisches dargestellt werden: die des Putzerlippfisches, des gescheitesten Fisches im Meer. Dieser Fisch nimmt eine besondere ökologische Nische ein, denn er entfernt anderen Fischen die Parasiten von Haut und Kiemen. In den Korallenriffen des Pazifischen und des Indischen Ozeans leiden viele Fische an einer Unzahl von Parasiten. Nicht wie am Land die Insekten, im Meer saugen diverse Krebstiere das Blut der Fische. Dadurch hemmen sie deren Wachstum, Fortpflanzung und allgemeines Wohlergehen.

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau