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Eine neue Geheimwaffe

In der amerikanischen Zeitschrift „Sociology 6nd Social Research“ las ich vor einiger Zeit die folgende selbstbewußte Prophezeiung: „Da wir imstande sind, Pflanze und Tier uns dienstbar zu machen, da wir den Lauf der Flüsse lenken und... die Temperatur im Inneren unserer Behausungen beliebig zu regulieren vermögen, muß man logischerweise auch annehmen, daß es • uns gelingen wird, die Willensimpulse der Menschen zu verändern.“

Vor einem Vierteljahrhundert hätte eine solche Behauptung noch als pure Spekulation gelten müssen. Seither jedoch haben die „Wissenschaften vom Menschen“, nämlich die Biologie, die Psychologie und die Soziologie, so große Fortschritte gemacht, daß dieses Ziel der bewußten Willensbeeinflussung bald erreicht werden kann, ja in mancher Hinsicht sogar schon Wirklichkeit, gegenwärtige Wirklichkeit geworden ist.

In den übrigen Abhandlungen wird gezeigt, wie der Mensch unter geschickter Ausnützung der neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse die Schöpfung in stets höherem Maße zu beherrschen lernte. In dieser neuen „menschengemachten“ Umwelt, deren Lauf wir in hohem Grade selbst regulieren und daher voraussagen können, verbleibt aber • dann immer noch ein Faktor, der sich in dieses Schema nicht ganz fügt, ein unberechenbares, unvorhersehbares und daher von demjenigen, der eine möglichst hundertprozentige Kontrolle erstrebt, geradezu als störend empfundenes Element: der Mensch selbst.

Meine Ausführungen werden nun zu zeigen versuchen, daß auch die Krone der Schöpfung vor dem totalen Machttrieb und Herrscherwillen seiner eigenen Gattung nicht mehr sicher ist. In einer beherrschten und geplanten Schöpfung verlängt man nach beherrschten und geplanten Geschöpfen.

Was würde geschehen, wenn irregeleitete Planer den Geist, die Seele, das ganze Verhalten d|rMen|cheii sozu beeinflussen und, dann für irfre '?|£ciceia„einMsetzJe* vers'fuKcfen To Tfle Welt esTof'fess' Wäre es* riicTit'ffiogTCn'daß solche verwirrten Gemüter, deren Sinn für Menschenwürde zuvor zerstört, deren Selbsterhaltungstrieb gelähmt worden wäre, den Untergang geradezu herbeisehnen könnten?

Die „Wissenschaften vom Menschen“, das heißt die Erkenntnisse über die Lebensvorgänge in seinem Körper, über die chemischen und elektrischen Prozesse in seinem Gehirn, die Konflikte in den Tiefen seiner Seele und das Verhalten mehrerer einzelner, sobald sie, in Gruppen oder Massen zusammenkommen, befinden sich heute bereits in einem vorgeschritteneren Stadium als die Kernphysik im Jahre 1939. Noch, ist dieses neue Wissen über den „Kern des Menschen“ von keiner Zensur ganz verschleiert worden, noch sind Kunstgriffe, die sich aus der möglichen „Seelenspaltung“ ergeben, primitiv. Darum ist es vielleicht heute noch möglich, daß der Entwicklung und gar dem Einsatz von „Geheimwaffen“ gegen den freien Willen des Menschen Riegel vorgeschoben werden. Dies könnte aber nur geschehen, falls die künftigen Objekte der Kontrolle des Menschen durch den Menschen über derartige Möglichkeiten informiert sind.

Eines der Laboratorien, wo zur Zeit an solchen Experimenten gearbeitet wird, ist die Werkstatt des amerikanischen Psychiaters Doktor James Olds, Mitglied der Abteilung für Anatomie an der Universität von Kalifornien. Die Arbeit, die Olds über seine Entdeckungen schrieb, trägt den umständlichen Titel — ich übersetze ihn aus dem Amerikanischen — „Wirkungen von Hunger, Geschlechtstrieb und Beruhigungspillen auf lokalisierte Belohnungssysteme im Gehirn“. Das wird den meisten wohl zunächst genau so wenig sagen wie zuerst mir. Und wenn ich berichte, daß die ganze Versuchsanordnung des amerikanischen Gehirnforschers eigentlich nur aus einem unscheinbaren, an eine große Mausefalle erinnernden Gewirr vor niedrigen Laufkäfigen besteht, in denen zwe Ratten herumspringen, so wird man sich fragen was diese harmlose Menagerie eigentlich mit der tiefernsten Zukunftsproblemen zu tun haber könne, die ich erwähnte.

Schaut man dem Hin und Her im Innerer dieser großen Mausefalle eine Weile lang zu, sc bemerkt man, wie dort von Zeit zu Zeit ein Lichtsignal aufleuchtet. Es ist nicht schwer festzustellen, daß diese kleine Lampe jeweils von einer der beiden Ratten durch Druck auf einen Fußhebel angezündet wird. Tritt man nun ganz nahe an die Versuchsanordnung heran und beugt sich über sie, so bemerkt man, daß sich in der Schädeldecke des einen Versuchstieres eine Klappe befindet. Durch sie wird ein winziger Träger aus Kunstharz eingeführt, in dem sich zwei Elektroden aus feinem Silberdraht befinden. Dieser elektrische Anschluß „schießt“ nun auf ganz genau angezielte Teile des Gehirns — vor allem auf den sogenannten Hypothalamus — bald schwächere, bald stärkere Stromladungen. Einen solchen haarscharf ausgerichteten Schlag von genau einer halben Sekunde Dauer erhält das Tier jedesmal, wenn es auf den Fußhebel tritt.

Ich will nicht auf die weiteren Details dieser Versuche eingehen, aber doch noch erwähnen, daß es dem amerikanischen Forscher auf die gleiche Weise gelang, den Sexualtrieb seiner Ratten nach Belieben zu reizen und zu „befriedigen“, das heißt, er fand einen Weg, durch die bloße Stromstimulierung bestimmter Gehirnzellen auf jene beiden Triebe entscheidend einzuwirken, von denen es einst hieß, daß sie die Welt regierten: Hunger und Liebe.

Diese Gehirnforscher sind nun aber weder Unmenschen noch böse Zauberer. Olds zum Beispiel ist eine liebenswürdige, ja sogar liebenswerte Persönlichkeit. Er unternimmt seine Experimente in der zweifachen Hoffnung, das Wissen der Menschen über sich selbst zu vergrößern und ihnen dadurch Hilfe zu bringen. Olds arbeitet zur Zeit im Spital für Schwerkriegsgeschädigte, das sich in Brentwood. einem Vorort von Los Angeles, befindet. Diese in den Kriegen der letzten fünfzehn Jahre verkrüppelten, diese Opfer von Kopfschüssen und Nervenschocks sind es, an die er bei seinen Experimenten denkt.

Die Motive, aus denen diese Forscher in Tiefenregionen menschlichen Fühlens verstoßen, slrri'aho zurläohs*!iehelkh gute. Sito SHcfc\an sWrTffefßiu TRBttlv zvr'werten? wie Belaus-sprünglichen Wünsche der Atomforscher, denen es ja in erster Linie um reine Erkenntnis und weiter höchstens noch um die Nutzung der Kernenergie zu friedlichen Zwecken ging Aber bekanntlich blieb es nicht dabei. Und dieses Schicksal kann man auch den Experimenten von

Olds und Miller voraussagen. Man wird sie für ganz andere als die gedachten Zwecke verwenden wollen.

Daß dies keine bloße Vermutung ist, beweist ein Vortrag, den der Elektroingenieur Curtiss R. Schafer im vergangenen Oktober auf der „National Electronics Conference“ in Chikago hielt. Nachdem Schaffer — ich zitiere ihn — „die Hausse in wissenschaftlichen Versuchen, welche die Psyche mit elektrischen Impulsen massiert“, gepriesen hatte, fragte er sich, ob diese Arbeiten nicht auch zur „Fernlenkung“ menschlicher Gehirne verwendet werden könnten. Man müßte dann, so führte er aus, in den Schädel eines jeden kleinen Kindes schon ein Empfangsgerät für Radiowellen einbauen, das von einer Hauptsendestation (master Station) bestimmte Elektronenimpulse, also Befehle, erhielte. „Auf diese Weise“, so prophezeite der Ingenieur, „könnte der Sieger in einem künftigen Krieg Millionen auf immer versklaven.“

Wer auf ein solches Zukunftsprojekt mit einem „Das darf nicht sein!“ antwortet, reagiert verständlich und sachlich richtig, denn unsere Begriffe von der Würde des Menschen müssen vor einer derartigen Entwicklung zurückschrecken. Sagen wir uns aber: „Das kann nicht sein!“ so haben wir die falsche Art der Verteidigung gewählt. Gerade die unter Gebildeten verbreitete Skepsis gegenüber gewissen Zukunftsprognosen ist meist nicht aus der Vernunft, auf die sie sich beruft, sondern vielmehr aus einer „Apokalypseblindheit“ zu erklären.

Ein weiterer beruhigender Einwand heißt gewöhnlich: „Das geht zu weit! So etwas werden sie doch nicht zu tun wagen!“ Auch diese Abwehr ist schwach, denn sie unterschätzt den menschlichen Macht- und Organisationstrieb. Schon jetzt sind wir Zeugen von Techniken der Seelenlenkung, die zwar etwas primitiver — das heißt technisch weniger perfekt —, aber kaum weniger verwerflich erscheinen.

Es ghar from ner, dann Kriegsgefangene in hilflose Werkzeuge ihrer kommunistischen Wärter verwandelt wurden. Man nahm anfangs im Westen an, daß der Wille dieser armen Opfer durch Verabreichung gewisser Chemikalien, sogenannter „Wahrheitsdrogen“, gebrochen worden wäre.

Tatsächlich aber scheint man zur Erlangung jener unwahrscheinlichen Selbstanklagen und selbstmörderischen Lügen, die den Gestehenden schwer belasten, weit einfacher vorgegangen zu sein. Auf Grund von Berichten ehemaliger Opfer dieser Behandlung hat man nun nämlich in den Vereinigten Staaten die gleichen Methoden zu experimentellen Zwecken wiederholt. .Bei diesen Versuchen, die vor allem von James Miller (Universität von Michigan) und Josef Brozek (Universität von Minnesota) gemacht wurden, genügte schon Dunkelhaft von drei bis vier Wochen und die weitgehende Abschirmung noch anderer äußerer Sinneseindrücke, um in den Versuchspersonen fast jede Willens- und Widerstandskraft abzutöten. Entzog man außerdem ihrer Nahrung bestimmte Stoffe, wie zum Beispiel das Thiamin und das Vitamin B 1, so wurden sie noch schneller gebrochen.

Diese Methoden, entwickelt aus der Fortführung und Anwendung der Arbeiten des großen russischen Physiologen Pawlow, sind nur einige aus dem wachsenden Arsenal psychologischer Kriegswaffen. Durch heimlich in Kriegsgefangenenlagern gemachte Tonbandaufnahmen von sich unbeobachtet glaubenden Soldaten der „anderen Seite“ holten sich Soziair

Psychologen während des vorigen Krieges Informationen über die Denkweise und die seelischen Motive ihrer Gegner. Dieses Wissen wurde dann im Dienst der Propaganda verwendet.

Aehnliche Versuche zur Lenkung des menschlichen Willens unter Ausnutzurl? wissenschaftlicher Erkenntnisse sind aber keineswegs auf den Ausnahmezustand des Diktaturstaates und des Krieges beschränkt. Wir alle sind uns heute zwar bewußt, daß Reklame aller Art uns ständig belagert und zu überreden versucht. Dagegen ahnen nur verhältnismäßig wenige, daß diese Propaganda auf genau errechnete Weise gewisse unbewußte Aengste zu erregen oder zu beruhigen versucht. Wir glauben zwar frei zu wählen, wenn wir heute zum Beispiel ein Auto kaufen. In Wahrheit aber ist unsere Wahl ein Ergebnis von sozialen Pressionen und Motiven, über die wir uns selbst nur in den seltensten Fällen wirklich Rechenschaft ablegen. Diese „Seelen-Druckknöpfe“ zu finden und durch ihre Betätigung den Konsum im Sinne ihres jeweiligen Auftraggebers zu lenken, ist aber die Aufgabe einer ständig zunehmenden Zahl von Reklamepsychologen.

Eine andere Form der bereits bestehenden und weitgehend unsichtbaren Willenskontrolle ist die in totalitären wie in demokratischen Staaten praktizierte „Betriebspsychölogie“. Ihre Absicht ist es, durch bestimmte äußere Veränderungen der Arbeitsbedingungen die Leistung von Angestellten und Arbeitern entscheidend zu steigern. Sie hat unter anderem herausgefunden, welche Farben, welche Töne, welche Form des Zusammenwirkens im „Team“ oder die Auswahl welcher Charaktertypen produktionsanregend Haiku wirken.

Gewiß, hier zieht jemand unsichtbare Fäden, und die Menschen, die daran hängen, wissen es meist nicht einmal. Aber ist eine solche Form der Kontrolle nicht vielleicht zu ihrem Guten? Können die Befürworter solcher seelischen Ingenieurkunst nicht behaupten, sie erhöhten das Glück derer, die sie so nach ihrem Plan ummontieren, als seien sie Rädchen einer Maschine?

Solch einen Standpunkt vertritt im Extrem zum Beispiel der an der Universität Harvard wirkende amerikanische Sozialpsychologe Skinner. Er schrieb nicht nur ein aufsehenerregendes theoretisches Werk über „Wissenschaft und ■menschliches Verhalten“, sondern auch eine Utopie, die das Modell einer vollständig aus der Kenntnis des „social behaviour“ (sozialen Verhaltens) gegründeten Idealstadt entwirft. Die Insassen dieser Siedlung sind laut Skinner alle „glücklich, wohlerzogen und produktiv“, obwohl, ja weil sie von dem selbst unsichtbar bleibenden Gründer der Gemeinschaft bis fns kleinste und sogar bis in den maßvoll erlaubten Ausdruck ihrer Opposition hinein kontrolliert werden.

In einer öffentlichen Debatte, die zwischen Skinner und einem weniger radikalen „Behavio-risten“, dem Psychologen Carl Rogers von der Universität Chikago, stattfand, stellte dieser seinem Kollegen eine Reihe ebenso kritischer wie treffender Fragen. „Wer wird denn eine solche Kontrolle ausüben?“ wollte er wissen und — eine Frage, die ihm noch wichtiger schien, „Zu welchem Ende oder Zweck soll sie eigentlich ausgeübt werden, in Verfolgung welchen angestrebten höchsten Wertes?“ Rogers bemängelte an Skinner — und er griff mit diesem Exponenten alle radikalen Anhänger einer sozialpsychologischen Willenslenkung an —, daß er den Einfluß der Macht auf die Machthaber selbst doch wohl unterschätze oder falsch einschätze. Und diese Kritik leuchtet im Lichte der historischen Erfahrung durchaus ein. Denn fast jeder übermächtige Mensch ist schließlich herrisch und ungerecht geworden. Beeindruckt von der Fülle der ihm zur Verfügung stehenden Mittel, abgeschnitten von der korrigierenden Kritik seiner Mitmenschen, wurde noch jeder Cäsar früher oder später zum Tyrannen, so wohlmeinend er am Beginn seiner Laufbahn gewesen sein mochte. Der Kontrolleur der Kontrollierten, der Lenker der Gelenkten — das ist die große Unbekannte in der Rechnung aller derer, die da glauben, man müsse auch die menschlichen Impulse wie den Rest der Natur verändern, beherrschen und die menschlichen Beziehungen „organisieren“. An genau diesem Punkt werden die Anhänger der „wissenschaftlichen“ Menschen- und Gesellschaftsordnung unwissenschaftlich, denn sie setzen, jeder bisherigen Erfahrung widersprechend, willkürlich voraus, daß die Führungsgruppe oder gar der einzelne Führer jener aus Millionen Seelenteilchen bestehenden Sozialmaschine die Größe, die Güte und die Weisheit eines göttlichen Wesens besitze.

Als Historiker weiß ich, daß derartige Versuche absoluter Menschenlenkung der „Gleichschaltung“, wie wir es bezeichnenderweise vor noch gar nicht so langer Zeit im Jargon der Technik nannten, letztlich stets scheiterten. Als Reporter, das heißt als Beobachter unserer Zeit, muß ich aber erkennen, daß die neuen wissenschaftlichen Waffen, die bereits jetzt der Tyrannei zur Verfügung stehen und in Wahrheit doch erst primitive Modelle kommender Möglichkeiten darstellen, den Widerstand gegen Machtmißbräuche unendlich viel schwerer machen.

Ich würde mich aber nun selbst der „seelischen, Manipulation“ schuldig machen, wenn ich es bei dem Schreckbild der Bedrohung ließe, die sich aus der technischen Fortentwicklung der „Wissenschaften vom Menschen“ ergibt.

Zu solchem allerdings gedämpften Optimismus bestimmt mich zum Beispiel die Tatsache, daß die „American Association for the Advancement of Science“, die die Arbeiten von Olds und Miller preiskrönte, bei dieser Gelegenheit sofort auch schon die Warnung vor dem Mißbrauch dieser Erkenntnisse aussprach. Die große Mehrheit der Wissenschaftler selbst vertraut heute nicht mehr blind darauf, daß die Gesellschaft sich ihrer Entdeckungen richtig bedienen werde, sondern ist mißtrauisch geworden. Diese Wissenschaftler fühlen erhöhte Verantwortung für die Resultate ihrer Arbeit, das heißt sie führen, wenn sie an die Konsequenzen ihrer Anstrengungen denken, wieder Wertungen wie „gut“ und „böse“ ein, die sie einst aus ihren Werkstätten verwiesen hatten.

Dies könnte vielleicht aber sogar der Ausdruck einer viel tiefer greifenden neuen Grundströmung, der Vorbote einer historischen Wende sein. Die Geschichtsforscher haben beobachtet, daß jeweils auf dem Höhepunkt der zivilisatorischen Entwicklung eines Kulturkreises sich Perioden ankündigen, die ganz anderen Zielen zustreben. So folgen auf eine Aera. die den Akzent auf die äußere Durchdringung und Beherrschung der Umwelt legt, Zeiten, denen Wissenschaft und Technik weniger wichtig werden. In diesen Epochen ist dann gewöhnlich nicht der „homo faber“, der immer Tätige und Schaffenslustige, ausschlaggebend, der Menschentyp, der alles ihm Erreichbare formen und verändern will, sondern der „homo divinans“, die nach innen gewandte, vor allem an religiöse, geistige und künstlerische Aufgaben gebundene Persönlichkeit.

Dieser „homo divinans“ findet Sinn und Aufgabe seines Lebens vor allem in den Offenbarungen der Religion, ferner in der Philosophie, der Dichtung, der Malerei, der Musik. — Wenn wir wachsam bleiben, wenn wir der Versuchung zum passiven Geschehenlassen widerstehen, wenn wir uns nicht nur blind für neue Mittel der Macht begeistern, sondern auch immer wieder über die Ziele nachdenken, denen wir eigentlich zustreben wollen, wenn wir nic.it nur erfinden, sondern auch wieder mehr über unsere Erfindungen philosophieren, werden wir selbst im Zeitalter der Atomspaltung und Seelenspaltung nicht als Maulwürfe oder Unfreie, sondern als wahre Menschen, als Geschöpfe Gottes, leben.

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