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Feuilleton

Kinder des Internets

1945 1960 1980 2000 2020
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Zwei von 100 Salzburger Jugendlichen sind Internet-süchtig, so das Ergebnis einer Studie vom Landesklinikum Salzburg.

Starkes Schwitzen, extreme Nervosität - bei 2,5 Prozent der Salzburger Schüler(innen) treten diese Symptome auf, sobald sie nicht in der Nähe eines Computers oder im Internet sein können. 1,6 Prozent gelten als gefährdet, doch der überwiegende Teil der Jugendlichen habe keine Probleme im maßvollen Umgang mit Computer und Internet. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung zur Computer- und Internetnutzung von Salzburgs Schülerinnen und Schülern, durchgeführt von Friedrich Wurst vom Salzburger Landesklinikum für Psychiatrie und Psychotherapie, in Kooperation mit Anton Kühberger vom Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg. Im Frühsommer 2010 wurden 800 Salzburger Jugendliche der 5., 9. und 10. Schulstufe zu ihren Internetgewohnheiten befragt. Besonders auffälliges Detail der Studie: Burschen schlittern viermal so häufig in eine Internetsucht wie Mädchen. Immerhin vier Prozent der männlichen Jugendlichen zeigen Zeichen einer Sucht wie Kontrollverlust, Entzugserscheinungen und das Vernachlässigen anderer Aktivitäten. Die Studie sei sehr wohl für ganz Österreich lesbar, so Wurst: "Die Ergebnisse der Studie in Salzburg haben eine hohe Schnittmenge mit allen anderen Studien zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum.“

Online-Rollenspiele: Risikofaktor auf dem Weg zur Abhängigkeit

Die Internetsucht als ein relativ neues Phänomen in der Verhaltenstherapie-Forschung bedarf weiterer Untersuchungen, so Wurst. So sei in der Studie das Nutzverhalten mit Mobiltelefonen nicht berücksichtigt. Elektronische Unterhaltungsmedien als integrale Bestandteile des Alltags Heranwachsender verursachen aber nicht überwiegend Probleme, so Wurst. Laut AIM (Austrian Internet Monitor) haben beinahe 80 Prozent der Österreicher einen Web-Zugang, mehr als vier Millionen spielen oder surfen mehrmals pro Woche im Internet. Einen großen Risikofaktor auf dem Weg zur Abhängigkeit stellen allerdings Online-Rollenspiele dar, so die Ergebnisse der Salzburger Studie. Bei Spielen dieser Art habe der Jugendliche immer den Zwang online zu sein, um nichts zu versäumen und nicht überholt zu werden. Jeder fünfte der befragten Jugendlichen, der damit spielt, habe dadurch Einbußen in der realen Welt.

Auch der Politik ist die mögliche Internetsucht Aufmerksamkeit wert: Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller etwa will die Prävention an den Schulen verstärken. "Wenn Eltern Anzeichen von übertriebenem Nutzungsverhalten bei ihrem Kind erkennen, sollten sie mit ihm darüber sprechen und gemeinsame Lösungen erarbeiten.“ Wer dennoch in die Sucht schlittert, könne sich einer Therapie unterziehen. In den meisten Fällen werde es sich dabei um eine Verhaltenstherapie handeln, in der vor allem das richtige Zeitmanagement erlernt werden soll.

Zwei von 100 Salzburger Jugendlichen sind Internet-süchtig, so das Ergebnis einer Studie vom Landesklinikum Salzburg.

Starkes Schwitzen, extreme Nervosität - bei 2,5 Prozent der Salzburger Schüler(innen) treten diese Symptome auf, sobald sie nicht in der Nähe eines Computers oder im Internet sein können. 1,6 Prozent gelten als gefährdet, doch der überwiegende Teil der Jugendlichen habe keine Probleme im maßvollen Umgang mit Computer und Internet. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung zur Computer- und Internetnutzung von Salzburgs Schülerinnen und Schülern, durchgeführt von Friedrich Wurst vom Salzburger Landesklinikum für Psychiatrie und Psychotherapie, in Kooperation mit Anton Kühberger vom Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg. Im Frühsommer 2010 wurden 800 Salzburger Jugendliche der 5., 9. und 10. Schulstufe zu ihren Internetgewohnheiten befragt. Besonders auffälliges Detail der Studie: Burschen schlittern viermal so häufig in eine Internetsucht wie Mädchen. Immerhin vier Prozent der männlichen Jugendlichen zeigen Zeichen einer Sucht wie Kontrollverlust, Entzugserscheinungen und das Vernachlässigen anderer Aktivitäten. Die Studie sei sehr wohl für ganz Österreich lesbar, so Wurst: "Die Ergebnisse der Studie in Salzburg haben eine hohe Schnittmenge mit allen anderen Studien zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum.“

Online-Rollenspiele: Risikofaktor auf dem Weg zur Abhängigkeit

Die Internetsucht als ein relativ neues Phänomen in der Verhaltenstherapie-Forschung bedarf weiterer Untersuchungen, so Wurst. So sei in der Studie das Nutzverhalten mit Mobiltelefonen nicht berücksichtigt. Elektronische Unterhaltungsmedien als integrale Bestandteile des Alltags Heranwachsender verursachen aber nicht überwiegend Probleme, so Wurst. Laut AIM (Austrian Internet Monitor) haben beinahe 80 Prozent der Österreicher einen Web-Zugang, mehr als vier Millionen spielen oder surfen mehrmals pro Woche im Internet. Einen großen Risikofaktor auf dem Weg zur Abhängigkeit stellen allerdings Online-Rollenspiele dar, so die Ergebnisse der Salzburger Studie. Bei Spielen dieser Art habe der Jugendliche immer den Zwang online zu sein, um nichts zu versäumen und nicht überholt zu werden. Jeder fünfte der befragten Jugendlichen, der damit spielt, habe dadurch Einbußen in der realen Welt.

Auch der Politik ist die mögliche Internetsucht Aufmerksamkeit wert: Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller etwa will die Prävention an den Schulen verstärken. "Wenn Eltern Anzeichen von übertriebenem Nutzungsverhalten bei ihrem Kind erkennen, sollten sie mit ihm darüber sprechen und gemeinsame Lösungen erarbeiten.“ Wer dennoch in die Sucht schlittert, könne sich einer Therapie unterziehen. In den meisten Fällen werde es sich dabei um eine Verhaltenstherapie handeln, in der vor allem das richtige Zeitmanagement erlernt werden soll.