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Gesellschaft

Erben bleibt eine wichtige Vermögensquelle

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Die Forderungen nach neuen und höheren Steuern auf Besitz und Vermögen werden wohl ein Thema des Wahlkampfjahres 2013 werde. Die Vermögensverteilung ist tatsächlich ungleich.

Der Bericht der Nationalbank zu "Household Finance and Consumption Survey des Eurosystems 2010 - Erste Ergebnisse für Österreich“ endet bei aller Trockenheit des korrekt aufbereiteten Zahlenmaterials dann doch mit klaren Feststellungen: "Die Ungleichverteilung des Nettovermögens ist in Österreich ausgeprägt.“

Ob das umgehend die Forderungen nach neuen Steuern, etwa einer Vermögenssteuer oder der Wiedereinführung der Erbschaftssteuer, oder jene nach Erhöhung bestehender Steuern und Abgaben auf Immobilien, zwingend begründet, wird - unter anderem - Gegenstand des Wahlkampfes zur Nationalratswahl 2013 werden.

Ungleiche Verteilung des Vermögens

Zur Vermögensverteilung stellt der Bericht sachlich fest: "Der Verbreitungsgrad der einzelnen Nettovermögenskomponenten unterscheidet sich beträchtlich.“ Während nahezu alle Haushalte Finanzvermögen besäßen, nämlich 97 Prozent, hält weniger als die Hälfte der Haushalte Eigentum am Hauptwohnsitz (rund 48 Prozent). Verschuldung wird nur von rund 35 Prozent der Haushalte gehalten.

Wie ungleich Vermögen verteilt ist, zeigt ein weiteres Datum: Ein Zehntel der Haushalte verfügt über ein Vermögen von weniger als 1.000 Euro, ergaben die Erhebungen im Jahr 2010. Aber zehn Prozent der Haushalte halten mehr als rund 542.000 Euro an Nettovermögen.

Das Vermögen steigt, so der Bericht, tendenziell mit dem Alter, dem Einkommen und mit der Bildung an. Verschuldung gehe meist mit einem hohen Vermögen und einem hohen Einkommen einher. Das, so scheint es, könnte die Behauptungen von der Schieflage bei den Vermögen in Österreich unterstützen.

Erben "ist eine der wichtigsten Vermögensquellen“, heißt es in der Erhebung weiter: "In 35 Prozen der Haushalte sind bereits Erbschaften oder Schenkungen angefallen.“

Darin könnte eine der Ursachen für Begehrlichkeiten liegen, die prompt geweckt wurden. Vermögensbezogene Steuern sollten angehoben werden, forderte diese Woche neuerlich die Budgetexpertin des Wifo, Margit Schratzenstaller: Die Erbschaftssteuer solle wieder eingeführt, die Grundsteuer angehoben werden. Ähnlich äußerten sich SPÖ und Arbeiterkammer. Ablehnend hingegen die ÖVP-Expertengruppe 2025.

Begründen ließe sich Umverteilung übrigens nicht nur mit Verteilungsgerechtigkeit, sondern auch mit der Neigung konzentrierter Vermögen zu risikoreichen Veranlagungen. Der NB-Bericht dazu: "Wie die Krise gezeigt hat, kann ein kleiner, hoch verschuldeter Teil der Bevölkerung einen bedeutenden Einfluss auf die Marktentwicklung haben.“