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Bildung

Gretchenfrage 2.0

1945 1960 1980 2000 2020
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Die einen wollen das Kopftuch weg aus der Öffentlichkeit. Und weil das in einer Debatte ums Kindeswohl jedenfalls im schulischen Bereich durchzusetzen ist -zumindest glauben das die diesbezüglichen Verfechter/innen -, geht es zurzeit diesbezüglich Schlag auf Schlag (vgl. dazu Seite 3 bis 7 dieser FURCHE). Wohin derartige Reise aber auch geht, zeigt dann der Vorschlag von NEOS, überhaupt jedes religiöse Bekleidungsstück in Schulen für Kinder und Jugendliche unter 14 zu verbieten.

Hier ist die Katze aus dem Sack: Religion ist in dieser Weltanschauung nicht bloß "Privatsache", sondern hat im öffentlichen Raum am besten nichts verloren. Denn wer religiös ist und dies auch in religiösen Symbolen ausdrückt (die Bekleidung gehört da dazu), wird nicht mehr als satisfaktionsfähig erachtet.

Natürlich muss es die Auseinandersetzung darüber geben, dass kulturelle autoritäre Prägungen auch in einem religiösen Zusammenhang einer offenen Gesellschaft entgegenstehen können. Aber zu dieser offenen Gesellschaft gehört auch die Religion.

Dies gilt gleichermaßen für Kinder, denen nicht per se "Gewalt" angetan wird, weil sie bestimmte Kleidungsstücke tragen. Die Krux der derzeitigen, von NEOS &Co nun vollends auf eine religionsfeindliche Ebene gehobene Debatte besteht darin, dass einem absoluten Laizismus das Wort geredet wird, den bis vor Kurzem der gesellschaftliche Common Sense im Lande abgelehnt hat. Wie schnell sich da jedoch die Zeiten ändern!

Noch im Jänner hat der von der ÖVP entsandte Bildungsminister Heinz Faßmann im FURCHE-Interview bekräftigt, Österreich sei ein religionsfreundliches Land. Genau das steht aber zur Disposition. Denn die Kehrseite der Kopftuchdebatte im Allgemeinen und nun speziell im Vorstoß von NEOS, auch gleich Kippa, Turban etc. aus den Schulen zu verbannen, offenbart das Ansinnen, Religion von der Gestaltung der Gesellschaft fernzuhalten.

Nochmals: Man soll sich mit Religion(en) und ihrem gesellschaftlichen Potenzial auch kritisch auseinandersetzen. Aber Österreich darf kein religiös aseptisches Land werden. Leider ist es zurzeit auf dem besten Weg dazu.

Die einen wollen das Kopftuch weg aus der Öffentlichkeit. Und weil das in einer Debatte ums Kindeswohl jedenfalls im schulischen Bereich durchzusetzen ist -zumindest glauben das die diesbezüglichen Verfechter/innen -, geht es zurzeit diesbezüglich Schlag auf Schlag (vgl. dazu Seite 3 bis 7 dieser FURCHE). Wohin derartige Reise aber auch geht, zeigt dann der Vorschlag von NEOS, überhaupt jedes religiöse Bekleidungsstück in Schulen für Kinder und Jugendliche unter 14 zu verbieten.

Hier ist die Katze aus dem Sack: Religion ist in dieser Weltanschauung nicht bloß "Privatsache", sondern hat im öffentlichen Raum am besten nichts verloren. Denn wer religiös ist und dies auch in religiösen Symbolen ausdrückt (die Bekleidung gehört da dazu), wird nicht mehr als satisfaktionsfähig erachtet.

Natürlich muss es die Auseinandersetzung darüber geben, dass kulturelle autoritäre Prägungen auch in einem religiösen Zusammenhang einer offenen Gesellschaft entgegenstehen können. Aber zu dieser offenen Gesellschaft gehört auch die Religion.

Dies gilt gleichermaßen für Kinder, denen nicht per se "Gewalt" angetan wird, weil sie bestimmte Kleidungsstücke tragen. Die Krux der derzeitigen, von NEOS &Co nun vollends auf eine religionsfeindliche Ebene gehobene Debatte besteht darin, dass einem absoluten Laizismus das Wort geredet wird, den bis vor Kurzem der gesellschaftliche Common Sense im Lande abgelehnt hat. Wie schnell sich da jedoch die Zeiten ändern!

Noch im Jänner hat der von der ÖVP entsandte Bildungsminister Heinz Faßmann im FURCHE-Interview bekräftigt, Österreich sei ein religionsfreundliches Land. Genau das steht aber zur Disposition. Denn die Kehrseite der Kopftuchdebatte im Allgemeinen und nun speziell im Vorstoß von NEOS, auch gleich Kippa, Turban etc. aus den Schulen zu verbannen, offenbart das Ansinnen, Religion von der Gestaltung der Gesellschaft fernzuhalten.

Nochmals: Man soll sich mit Religion(en) und ihrem gesellschaftlichen Potenzial auch kritisch auseinandersetzen. Aber Österreich darf kein religiös aseptisches Land werden. Leider ist es zurzeit auf dem besten Weg dazu.