Digital In Arbeit
Gesellschaft

Ruhe vor dem Ansturm

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Bei vielen Eltern, deren Kinder Krippe oder Kindergarten besuchen, währte die ungetrübte Freude über den Gratis-Kindergarten in Wien ab September kurz. Alsbald mischte sich Sorgen in die Freude über das ersparte Geld von bis zu 226 Euro pro Monat: Wird die Qualität halten oder gar sinken? Werden die Gruppen größer, Pädagoginnen knapp und gestresster?

Die Stadt Wien beruhigt erwartungsgemäß; der Praxistest muss freilich noch abgewartet werden. Die Nachfrage sei zwar gestiegen, hieß es aus der MA 10, Abteilung für Wiener Kindergärten, aber man gehe von einigen Doppelanmeldungen aus. Bei den Kindern von 0–3 Jahren gab es ein Plus von 1100 Anmeldungen, bei Kindern von 3–6 Jahren meldeten sich um 1300 mehr an. Ab Herbst sollen dafür 2200 neue Plätze im städtischen und privaten Bereich geschaffen sein. Für diese neuen Kindergruppen hat die Stadt Wien 171 neue Dienstposten geschaffen, die von Pädagoginnen und Assistentinnen besetzt werden sollen. Noch zittere man aber, ob die Rekrutierten der Stadt Wien auch treu bleiben würden, gesteht Gabriele Rauscher, Referatsleiterin für den Pädagogischen Bereich und stellvertretende Leiterin des Bereichs Personal in den Kindergärten.

Die Gefahr bestehe, dass noch Personal abspringe, so Rauscher. Ob der Bedarf damit gedeckt ist, sei schwer zu sagen, weil man nicht wisse, wie viele Mitarbeiterinnen kündigen oder in Karenz gehen. Voriges Jahr habe es eine „Kündigungswelle“ gegeben, erinnert Rauscher. Viele Pädagoginnen waren ins benachbarte Niederösterreich abgewandert, wo ein höheres Gehalt winkte.

Der Gehalt der Wiener Pädagoginnen wird aber nicht erhöht, obwohl Vertreterinnen des Berufsstandes immer wieder darauf hinweisen, dass das Gehalt bei gestiegenen Anforderungen zu niedrig sei. Derzeit verdient eine Kindergartenpädagogin im ersten Jahr 1655,76 Euro brutto.

Insider fragen sich indes, wo die Stadt Wien die zahlreichen neuen Pädagoginnen herbekommen habe. Rauscher verweist auf Werbemaßnahmen und erklärt zudem: Einige bereits beschäftigte Assistentinnen holen den Bakip-Abschluss nach (Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik). Sie machten das erste Jahr an der Schule und werden danach als „in Ausbildung befindliche Kindergartenpädagogin“ angestellt. Die Ausbildung dauert fünf Semester.

Der Männeranteil bleibt mit rund 30 bis 35 Pädagogen laut Rauscher trotz der neu geschaffenen Dienstposten gleich.

Die Stadt Wien hat Ende Februar den beitragsfreien Kindergarten beschlossen. Ab September müssen Eltern, deren Kinder einen städtischen Kindergarten besuchen, nur mehr den Essensbeitrag von 57,41 Euro bezahlen. Einkommensschwache können um Befreiung von diesem Essensbeitrag ansuchen.

Mit privaten Einrichtungen wurde ein Fördervertrag geschlossen. Größere Anbieter werden auch kostenfrei sein, kleinere nicht, diese kritisieren den Fördervertrag.

Bei vielen Eltern, deren Kinder Krippe oder Kindergarten besuchen, währte die ungetrübte Freude über den Gratis-Kindergarten in Wien ab September kurz. Alsbald mischte sich Sorgen in die Freude über das ersparte Geld von bis zu 226 Euro pro Monat: Wird die Qualität halten oder gar sinken? Werden die Gruppen größer, Pädagoginnen knapp und gestresster?

Die Stadt Wien beruhigt erwartungsgemäß; der Praxistest muss freilich noch abgewartet werden. Die Nachfrage sei zwar gestiegen, hieß es aus der MA 10, Abteilung für Wiener Kindergärten, aber man gehe von einigen Doppelanmeldungen aus. Bei den Kindern von 0–3 Jahren gab es ein Plus von 1100 Anmeldungen, bei Kindern von 3–6 Jahren meldeten sich um 1300 mehr an. Ab Herbst sollen dafür 2200 neue Plätze im städtischen und privaten Bereich geschaffen sein. Für diese neuen Kindergruppen hat die Stadt Wien 171 neue Dienstposten geschaffen, die von Pädagoginnen und Assistentinnen besetzt werden sollen. Noch zittere man aber, ob die Rekrutierten der Stadt Wien auch treu bleiben würden, gesteht Gabriele Rauscher, Referatsleiterin für den Pädagogischen Bereich und stellvertretende Leiterin des Bereichs Personal in den Kindergärten.

Die Gefahr bestehe, dass noch Personal abspringe, so Rauscher. Ob der Bedarf damit gedeckt ist, sei schwer zu sagen, weil man nicht wisse, wie viele Mitarbeiterinnen kündigen oder in Karenz gehen. Voriges Jahr habe es eine „Kündigungswelle“ gegeben, erinnert Rauscher. Viele Pädagoginnen waren ins benachbarte Niederösterreich abgewandert, wo ein höheres Gehalt winkte.

Der Gehalt der Wiener Pädagoginnen wird aber nicht erhöht, obwohl Vertreterinnen des Berufsstandes immer wieder darauf hinweisen, dass das Gehalt bei gestiegenen Anforderungen zu niedrig sei. Derzeit verdient eine Kindergartenpädagogin im ersten Jahr 1655,76 Euro brutto.

Insider fragen sich indes, wo die Stadt Wien die zahlreichen neuen Pädagoginnen herbekommen habe. Rauscher verweist auf Werbemaßnahmen und erklärt zudem: Einige bereits beschäftigte Assistentinnen holen den Bakip-Abschluss nach (Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik). Sie machten das erste Jahr an der Schule und werden danach als „in Ausbildung befindliche Kindergartenpädagogin“ angestellt. Die Ausbildung dauert fünf Semester.

Der Männeranteil bleibt mit rund 30 bis 35 Pädagogen laut Rauscher trotz der neu geschaffenen Dienstposten gleich.

Die Stadt Wien hat Ende Februar den beitragsfreien Kindergarten beschlossen. Ab September müssen Eltern, deren Kinder einen städtischen Kindergarten besuchen, nur mehr den Essensbeitrag von 57,41 Euro bezahlen. Einkommensschwache können um Befreiung von diesem Essensbeitrag ansuchen.

Mit privaten Einrichtungen wurde ein Fördervertrag geschlossen. Größere Anbieter werden auch kostenfrei sein, kleinere nicht, diese kritisieren den Fördervertrag.